Life Coaching versus Business Coaching

Viele Kundinnen und Kunden fragen mich immer wieder, was denn der Unterschied zwischen Life Coaching und Business Coaching ist.

Wie der Name schon sagt, ist der thematische Ansatz bei Business Coaching der Beruf und die Arbeit. Beim Life Coaching hingegen sind es Themen des persönlichen Lebens, des familiären Kontaktes und der individuellen privaten Fragestellungen, die bearbeitet werden.

Soweit, so einfach.

Schwieriger wird es dort, wo das Angebot unspezifisch wird und wo sich beide Themen überschneiden.

Was ist Life Coaching?


Blickt man auf den Coaching-Markt wird Life Coaching teilweise als Aufhänger für unprofessionelle Angebote verwendet, die mit Coaching wenig zu tun haben: z.B. Finanzdienstleistungen, Partnervermittlungen („Single-Coaching“) oder esoterische Angebote. Damit reiht sich Life Coaching in das ausufernde Feld der Lebensberatung ein und unterstützt den inflationären Gebrauch des Begriffs „Coaching“.

Grundsätzlich sollten sich Business Coaching und Life Coaching an die Definition von Siegfried Greif (2008) halten:

Coaching ist eine intensive und systematische Förderung ergebnisorientierter Problem- und Selbstreflexion sowie Beratung von Personen oder Gruppen zur Verbesserung der Erreichung selbstkongruenter Ziele oder zur bewussten Selbstveränderung und Selbstentwicklung. Ausgenommen ist die Beratung und Psychotherapie psychischer Störungen.

Was heißt das nun?

Das Fokussieren auf Lösungen, die Reflexion und das Entwickeln und Erreichen eigener, stimmiger Ziele ist ein zentraler Aspekt von Coaching. Dabei legt Greif Wert auf die Abgrenzung zur Psychotherapie als Methode zur Heilung von psychischen Krankheitsbildern.

Im Life Coaching geht es – schlagt man in wissenschaftlichen Werken nach – vor allem um die Reflexion von Sinn und Werten im persönlichen Kontext.

Doch genau diese Reflexion von Sinn und Werten sind häufige Gründe, warum sich Coachees für ein Coaching entscheiden. Dies geschieht durchaus auch im Business Coaching, wenn es z.B. um die Verbindung von beruflichen und privaten Wünschen und Zielsetzungen oder konkret um die Übernahme von neuen Rollen und Aufgaben oder um Demotivation am Arbeitsplatz geht.

Ganzheitliches Angebot


Allerdings ist Coaching vor allem dann erfolgreich, wenn das Angebot ganzheitlich verstanden wird: Auch wenn ein berufliches Thema behandelt wird, ist es oft notwendig den Kunden oder die Kundin (Coachee) in allen seinen / ihren Lebensrealitäten zu betrachten.

Scheinalternative Business Coaching und Life Coaching


Bei der Bearbeitung von typischen Coaching-Themen wie Zeit- und Selbstmanagement, Stressbewältigung, Rollenfindung und -konflikte oder Führung macht es wenig Sinn ein Trennung zwischen Business Coaching und Life Coaching vorzunehmen, denn hinter diesen Themen stehen Menschen in ihren beruflichen und persönlichen Bezügen.

Die Frage Business Coaching oder Life Coaching ist deshalb eine Scheinalternative.

Es erscheint nicht empfehlenswert, die Arbeit im Business Coaching zu unterbrechen, wenn es plötzlich um persönliche Werte geht bzw. das Life Coaching zu stoppen, wenn es sich z.B. um Stressauslöser Im Job dreht.

Als Fazit kann ich zwei Aspekte als wichtig anführen:

  1. Coaching muss sich immer nach der Definition von Siegfried Greif richten. Denn sonst ist Coaching nicht professionell.
  2. Hat man vorrangig berufliche Themen zu bearbeiten, sucht man einen Business Coach auf. Liegt der Fokus mehr im privaten, existenziellen Bereich, geht man zu einem Life Coach. Beide müssen aber im Sinne der Ganzheitlichkeit auch fähig sein, Themen aus dem anderen Bereich bearbeiten zu können.

 

 

Links, die Sie interessieren könnten:


Wie genau ein Coaching abläuft und wie lange es durchschnittlich dauert, können Sie in diesem Artikel nachlesen: Business Coaching in Graz. Professionelle Lösungen. 

Wie Sie für sich das richtige Coaching-Angebot finden, lesen Sie hier: Wie finde ich das richtige Coaching für mich (in Graz)?

Wie Sie sich optimal auf ein Erstgespräch vorbereiten, lesen Sie hier: So bereiten Sie sich optimal auf Ihr Erstgespräch im Coaching vor.

Ich möchte mehr erfahren und bestelle gleich den Newsletter!

So bereiten Sie sich optimal auf Ihr Erstgespräch im Coaching vor.

Am Beginn eines Coaching steht meistens das kostenlose und unverbindliche Erstgespräch. Es dient dazu, dass sich Coach und Kundin (Coachee) kennenlernen und eine Basis für eine Zusammenarbeit finden. Dabei wird von beiden Seiten ausgelotet, ob die „Chemie“ zwischen Coach und Coachee stimmt und ob die Problematik für ein Coaching geeignet ist.

Das Erstgespräch dauert in der Regel 30 Minuten und ist kostenlos und unverbindlich – das heißt, Sie können in Ruhe und ohne Druck überlegen und entscheiden.

Inhalte des Erstgesprächs im Coaching

Im Erstgespräch stellt der Coach sich und seine Arbeitsweise vor. Die Phasen eines Coachings und die durchschnittliche Dauer werden umrissen. Der Coach geht auf Ihre Erwartungen ein und erläutert aus seiner Sicht die Möglichkeiten und Grenzen seines Beratungsansatzes.

Auch besteht die Gelegenheit, Ihr Thema und Ihre Problematik kurz anzureißen. Der Coach wird Ihnen daraufhin ehrliches Feedback geben, ob Sie an der richtigen Stelle sind und ob Ihre Erwartungen realistisch sind. Er wird Ihnen alle Fragen beantworten.

Für professionelle Coaches ist es zumeist sehr wichtig, mit Ihren Coachee Grenzen und Risiken abzuklären:

  • Welche Themen sind Tabu?
  • Wie weit darf mit Handlungsvorschlägen in den Status Quo eingegriffen werden?
  • Was ist, wenn im Coaching das gesetzte Ziel nicht erreicht wird?

Zuletzt klären Coach und Coachee die Rahmenbedingungen für eine Zusammenarbeit wie Honorar, Zahlungsmodus, Dauer und Turnus der Sitzungen. Eine weitere Vorgehensweise wird vereinbart.

Um das optimale Ergebnis aus dem Erstgespräch herauszuholen, sollten Sie sich gut vorbereiten und Ihre Erwartungen klären.

Diese Fragen sollten Sie sich vor dem Erstgespräch stellen:

  • Was genau ist meine Problematik?
  • Was belastet mich am meisten?
  • Wer sind die weiteren Akteurinnen und Akteure in meiner Situation?
  • Wie hoch ist meine Bereitschaft, neue Sichtweisen zuzulassen und Veränderungen herbeizuführen?
  • Wie hoch ist meine Bereitschaft, mich und mein Verhalten selbstkritisch zu hinterfragen?
  • Kann ich ehrliches und kritisches Feedback annehmen?
  • Bin ich bereit aktiv mitzuarbeiten?
  • Welche Erwartungen habe ich an den Coach und an das Coaching?
  • Was sind meine Tabus und Grenzen?

Diese Fragen sollten Sie sich nach dem Erstgespräch stellen:

  • Habe ich Vertrauen zum Coach?
  • Begegnet mir der Coach auf Augenhöhe?
  • Respektiert der Coach mich und meine Problematik?
  • Hat der Coach die Kompetenz, mich in meinem speziellen Fall zu unterstützen?
  • Wie hat sich mir der Coach präsentiert und welche Schlüsse ziehe ich daraus?
  • Erklärt mir der Coach seine Vorgehensweise?
  • Versteht der Coach meine Branche, mein Aufgabenfeld?

Verschwiegenheit und Unabhängigkeit


Zu den Rahmenbedingungen eines Coaching zählt unabdingbar die Vereinbarung beider Partner zur Verschwiegenheit bezüglich der Inhalte des Coachings. Falls das Coaching von Ihrer Firma bezahlt wird, muss der Coachee sicher sein, dass der Coach Inhalte des Coachings nicht an den Auftraggeber weitergibt.

Einige Coaches am Markt bedienen sich – wissentlich oder unwissentlich – sich der Methoden der Scientology Church. Professionelle Coaches geben dazu eine Erklärung der ideologischen Unabhängigkeit ab.

Wie genau ein Coaching abläuft und wie lange es durchschnittlich dauert, können Sie in diesem Artikel nachlesen: Business Coaching in Graz. Professionelle Lösungen. 

Wie Sie für sich das richtige Coaching-Angebot finden, lesen Sie hier: Wie finde ich das richtige Coaching für mich (in Graz)?

Sagt Ihnen das zu?

Buchen Sie ein kostenloses Erstgespräch!

Vereinbaren Sie ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch mit mir! Das Erstgespräch kann in meinem Büro in Graz oder über Skype oder Zoom stattfinden.

E-Mail: office@andreakern.net
Telefon: +43 (0)699 17741939

8 + 4 =

Wie erkenne ich professionelles Coaching?

So nicht! Mittlerweile ist der Coaching-Markt breit gestreut. Was auch gut ist. Da der Begriff „Coaching“ nicht geschützt ist, tummeln sich dort aber auch eine Vielzahl an unprofessionellen Coachs. Wenn Sie sich als Coachee (= Klient) auf die Suche nach einem Coach oder einer Coachess machen, passieren oft recht merkwürdige Dinge, die an der Seriosität des Gegenübers zweifeln lassen. Hier eine Anleitung, wie Sie professionelles Coaching erkennen können.

Nicht jedes der aufgelisteten Merkmale kennzeichnet zwangsläufig einen zweifelhaften „Coach“. Aber das Auftreten von mehreren Vorkommnissen sollte Sie vorsichtig machen.

Keine Bedenkzeit.

Nach dem Erstgespräch werden Sie sofort mit sanften Druck aufgefordert eine Coachingvereinbarung zu unterschreiben. Begründet wird das, dass man sich sowieso einig sei und man gut miteinander auskomme.
Tipp: Unterschreiben Sie nie beim Erstkontakt einen Vertrag. Seriöse Coachs räumen Ihnen entsprechende Bedenkzeit ein, die auch mehrere Wochen umfassen kann.

Schriftprobe.

Sie werden für ein Erstgespräch zu einem ungezwungenen Kaffee eingeladen. In lockerer Stimmung wird eine Schriftprobe für eine „graphologische Untersuchung“ von Ihnen verlangt. Diese Schriftprobe Ihrer Unterschrift befindet sich „zufällig“ unter einem Coachingvertrag. Leider haben Sie dafür keine Zeugen.
Tipp: Passiert Ihnen so etwas, verzichten Sie eher auf einen weiteren Kontakt. Alternativ können Sie auch eine Bekannten oder Freund als Zeugen mitnehmen.

Wunderwuzzi. 

Ihre Coachess meint, für jedes Problem die richtige Ansprechpartnerin zu sein. Egal welches Anliegen Sie haben – Ihre Coachess ist fest davon überzeugt, dafür geeignet zu sein. Überhaupt weiß sie alles besser, hat alles bereits erlebt, ist unglaublich kompetent und wird nicht müde, dies auch immer wieder zu wiederholen.
Tipp: Gehen Sie solchen Alleskönnern aus dem Weg. Niemand kann alles wissen.

Bester Freund.

Ihr Coach duzt Sie plötzlich und versucht sich, mit Ihnen anzufreunden.
Tipp: Professionelle Coachs halten ein Gleichgewicht zwischen Nähe (damit sich Vertrauen aufbauen kann) und Abstand (um die Perspektive von außen und das Gesamtbild behalten zu können). Professionelles Coaching benötigt beide Elemente in einer guten Balance um erfolgreich zu sein. Personen, die unaufgefordert duzen vernachlässigen dieses Nähe-Distanz-Phänomen.

Audienz.

Nach Ihrem ersten Anruf oder E-Mail lässt sich Ihr zukünftiger Coach „gnädig“ herab, Ihnen eine Audienz zu gewähren. Er betont, dies sei ein absoluter Glücksfall und Sie könnten froh und dankbar darüber sein, dass er / sie noch annimmt.
Tipp: Professionellen Coachs ist an einem Gleichgewicht gelegen. Misstrauen Sie Anbietern, die sich primär mit dem eigenen Ego beschäftigen.

Guru.

Ihr Coach führt sich auf wie ein Meister, der von seinen Jüngern gefälligst angehimmelt zu werden hat. Nur seiner Kompetenz und Gutherzigkeit haben Sie es zu verdanken, dass Sie beraten und vor einem üblen Schicksal bewahrt werden.
Tipp: Coachs sind keine Gurus und Coachees keine Jünger.

Alltagsweisheiten.

Statt einer konkreten Hilfestellung erhalten Sie von Ihrer Coachess abgehobene, pseudophilosophische Weisheiten, in denen Sie keinen Bezug zu Ihren Anliegen finden. Genau dies wird Ihnen dann von der Coachess als Schwäche ausgelegt. Daher müssen Sie ihrer Meinung nach unbedingt gecoacht werden.
Tipp: Lassen Sie sich nichts vormachen. Wenn die Coachess nicht in der Lage ist, Zusammenhänge zu erläutern, so spricht dies nicht für eine professionelle Kommunikation seinerseits.

Missionar.

Er oder sie wähnt sich im Besitz einer allgemeingültigen Wahrheit und meint damit jeden Coachee und den Rest der Welt überzeugen zu müssen.
Tipp: Wenn Ihr Coach anfängt zu „missionieren“, statt zu coachen, verwechselt er die Rollen.

Keine Wirkung.

Das Coaching bringt Ihnen selbst nach der fünften Sitzung keinen verwertbaren Erkenntnisgewinn. Ihre Coachess meint, das müsse so sein und würde sich schon bald ändern. Eine echte Auseinandersetzung mit Ihren Bedenken findet aber nicht statt.
Tipp: Ist das Coaching ohne Wirkung und auch keine Trendwende in Sicht, so sollte es abgebrochen werden. Nicht jeder Coach / jede Coachess passt zu jedem Coachee.

Seminarverkauf.

Sie werden immer wieder aufgefordert, weitere Seminare und Workshops zu besuchen. Ihr Coach meint, dass Ihnen sonst niemals die wahre Kompetenz zuteil werden kann.
Tipp: Führen Sie erst ihr Coaching zu Ende. Wenn dieses erfolgreich war, können Sie immer noch entscheiden.

Meiden Sie Coachs, die ein wenig oder gar kein wertschätzendes Verhalten gegenüber Ihren Coachees an den Tag legen. Der Coach ist kein Ja-Sager und seine Rolle verlangt es, kritisch sein zu dürfen, aber er hat immer eine positive Einstellung zu seinem Coachee. Prüfen Sie daher vor einem Coaching ohne Ansehen der Person, ob der Anbieter für Ihr Anliegen und für Sie als Person passend ist.

* Diese Sammlung basiert auf einem Text aus dem Coaching-Report von Christopher Rauen (www.coaching-report.de) und wurde von mir sprachlich verändert und mit anderen Beispielen adaptiert.