Über die Motivation, das flüchtige Gut

MotivationNicht immer ist es ganz einfach motiviert zu bleiben. Im Regelfall sorgt die Einbindung in ein Team für die nötige Arbeitsdisziplin. In der Zusammenarbeit mit anderen gibt es Meetings, bis zu denen etwas erledigt werden muss oder Deadlines für die Abgabe von Resultaten. Wenn der Abgabetermin näher rückt, stellt sich die Frage nach der Motivation selten, desto mehr sind gute Nerven gefragt.

Ich bin zum Beispiel so ein Mensch. Sofern nicht der Abgabetermin wie ein Damoklesschwert über mir schwebt, fange ich gar nicht richtig an. Der Druck bringt bei mir gute Ideen und auch ein wenig positiven Nervenkitzel hervor. Allerdings: Ich arbeite auch vorausschauend, in dem ich viele Dinge weit vor der Deadline erledige und so gar nicht unter Druck gerate.

Das gelingt aber nicht immer. Denn, manchmal fehlt einfach die Motivation, Aufgaben rechtzeitig zu beginnen und effektiv abzuarbeiten.

Doch, was ist eigentlich Motivation?

Motivation ist auf die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse ausgerichtet.

Das heißt, zu Beginn steht ein Bedürfnis. Dieses Bedürfnis kann zum Beispiel Anerkennung und Lob, aber auch die Vermeidung von Kritik und Strafe sein. Aus diesem Bedürfnis entsteht ein Motiv. Dieses Motiv wiederum veranlasst den Menschen dazu, etwas zu tun, um dem gesteckten Ziel näher zu kommen. Das Ziel ist die Bedürfnisse durch bestimmtes Verhalten zu befriedigen.

Dieses Verhalten kann nun

  • eine Hin-zu-Motivation sein, die auf das Erreichen positiver attraktiver Zustände ausgerichtet ist oder
  • eine Weg-von-Motivation, die auf das Beseitigung eines Mangels bzw. die Vermeidung einer Bestrafung hinzielt.

Es gibt zwei Arten von Motivation:

Bei der Extrinsische Motivation steht der Wunsch im Vordergrund bestimmte Leistungen zu erbringen, weil sich davon ein Vorteil (Belohnung und Anerkennung) versprochen wird oder Nachteile (Anordnungen, Kontrolle oder Bestrafung) vermieden werden. Die Motivation resultiert aus positiven oder negativen Sanktionen.

Intrinsische Motivation meint dagegen die Motivation aus einer inneren Begeisterung heraus: Aus Freude an der Arbeit, aus Interesse oder aus Verantwortungsgefühl für die gemeinsame Aufgabe. Diese Motivation wird wesentlich dadurch bestimmt, dass der Einzelne sein Handeln als selbstbestimmt empfindet und etwas um seiner selbst willen tut.

Und genau diese Art von Motivation ist es, die arbeitende Menschen brauchen.

MitarbeiterInnen sollten täglich Freude und Interesse an ihrer Arbeit empfinden. Nur so bekommt man MitarbeiterInnen, die mitdenken, Vorschläge vorbringen und auch einmal Kritik äußern.

Unser gängiges System der Arbeit hingegen ist fast ausschließlich auf extrinsischen Motivation ausgerichtet: Bringt die Mitarbeiterin eine besonders gute Leistung, wird sie befördert und bekommt eine Prämie. Hat der Mitarbeiter einmal keinen guten Tag oder wird ihm das Arbeiten aufgrund der Rahmenbedingungen erschwert, muss er mit Kritik oder Ablehnung zu rechnen.

Kein Wunder also, dass die meisten ArbeitnehmerInnen Sonntag Abends schlechte Laune haben und Montag morgen mit besonderer Unlust in die Arbeitswoche starten.

Kein Frage, Unternehmen wie Organisationen benötigen und fordern MitarbeiterInnen mit hoher psychische Belastbarkeit, Kreativität, Mut und Vertrauen, „das Ding gemeinsam hinzukriegen“ um am Markt bestehen zu können. Doch die Anreize, die die Unternehmen ihren MitarbeiterInnen anbieten, sind – falls überhaupt vorhanden – fast ausschließlich extrinsisch.

Die Wirkung äußerer Anreize auf die Motivation von MitarbeiterInnen ist jedoch wissenschaftlich umstritten. Klar ist: Verschiedene Leistungsanreize können nicht einfach ergänzt oder addiert werden, um Motivation zu maximieren. Menschen sind beeinflussbar, aber noch lange nicht steuerbar!

Das bedeutet also, dass Anreize angeboten werden können, jede Person aber selbst entscheidet, ob sie sich motivieren lassen möchte.

Wie geht es also besser?

Motivationsmanagement bedeutet zunächst die Wertschätzung des einzelnen Mitarbeiters. Ein positives Menschenbild als praktiziertes Leitbild ist Grundlage für Motivation im Team und Motivation des Teams.

Relativ sinnvolle positive Anreize sind solche, die die Arbeitsgestaltung, Kommunikation und Unternehmenskultur und letztlich die ideelle Teilhabe der Einzelnen am Unternehmen verbessern.

Es geht nur mit positiven Anreizen.

Positive Anreize sind etwa:

  • Positives Menschenbild
  • Offene, transparente, „moderne“ Unternehmenskultur
  • Verbesserung der Arbeitsgestaltung
  • Verbesserung der Kommunikation (Informationspolitik)
  • gemeinsame Ziele formulieren
  • Teilhabe an Entscheidungen
  • Freude an der Arbeit erzeugen
  • Wertschätzung und Respekt
  • Lob und Anerkennung
  • „Feiern“ von Erfolgen
  • Konstruktiver Umgang mit Fehlern
  • Lösungsorientiertheit
  • Selbständiges Arbeiten
  • Spielräume klar definieren
  • Fokus auf Teambuilding

Wie wir sehen umfasst diese Liste ausschließlich immaterielle Güter. Und hier wird es für viele Unternehmen und Organisationen schwierig, Anreize für intrinsische Motivation zu gestalten. In einem ausschließlich auf Profitmaximierung ausgelegten Wirtschaftssystems sind Werte oft sehr schwer umzusetzen. Dennoch ist jedes Unternehmen gut beraten, mehr auf Anreize für intrinsische Motivation zu fokussieren. Denn das Ergebnis wären engagierte, motivierte und treue MitarbeiterInnen.

Was kann man nun selbst tun?

Zum einen sollte jede/r MitarbeiterIn versuchen obige Werte in einen Unternehmen einzufordern. Zum anderen ist es wichtig, dass jeder Mensch, Bereiche im Leben hat, die wirklich Spaß machen und Freude bereiten – auch wenn es einmal nicht die Arbeit ist. Am besten wäre es natürlich, seiner eigenen Berufung auch beruflich zu folgen und mit Spaß an der Sache Geld zu verdienen. Denn:

„Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.“ Konfuzius

Brauchen Sie Unterstützung bei Ihrer Motivation in der Arbeit? Oder wollen Sie Ihre Berufung suchen und ab nun Spaß an der Arbeit haben? Buchen Sie ein kostenloses Erstgespräch mit mir!

 

Ein Plädoyer für Selbstgespräche

Selbstgespräch„Was hast du jetzt wieder getan?“
„Wie dumm kann man eigentlich sein?“
„Und, was kommt jetzt? Tu endlich weiter!“

Würden Sie gerne in diesem Ton angesprochen werden? Nein!

Ich sage Ihnen aber: Sie werden sehr oft so adressiert und Sie akzeptieren das ohne auf zu mucken.

So oder so ähnlich reden wir oft mit uns selbst. Was wir andere nie im Leben durchgehen lassen würden, akzeptieren wir von uns selbst ohne mit der Wimper zu zucken.

Unser wichtigster Gesprächspartner

Im Grunde erleben wir unser eigenes Leben wie eine Geschichte, die jemand aufgeschrieben hat und die wir nun verfolgen. Wir kommentieren unentwegt unsere eigene Handlungen, mitunter nicht gerade freundlich. Aber wir geben uns selbst auch Anweisungen und Ratschläge. Zumeist passiert das im Stillen, aber immer wieder durchbricht unsere Stimme die Stille und wir führen ein Selbstgespräch.

Meistens belächeln wir Menschen, die laut mit sich selbst sprechen und bewerten ihr Verhalten als Kauzigkeit oder als Marotte von Alleinlebenden.

96 von 100 Erwachsenen reden regelmäßig hörbar mit sich selbst.

Dolores Albarracin, Psychologin an der University of Illinois in den USA, meint sogar: „Das Selbstgespräch ist eines der wichtigsten Werkzeuge, mit dem wir unser Verhalten steuern.“

Vier Arten von Selbstgesprächen

ForscherInnen konnten mittlerweile vier verschiedene Arten von Selbstgespräche ausmachen:

  1. Selbstkritik („Naja, das wäre jetzt aber leichter gegangen.“)
  2. Selbstmanagement („Ich darf nicht vergessen, nachher noch einzukaufen.“)
  3. Selbstbestätigung („Super, das hast du gut gemacht.“)
  4. Einschätzen sozialer Situationen („Überleg dir, wie du in der Besprechung argumentieren willst.“).

Gerade Gelerntes lassen sich durch leichtes Murmeln leichter abrufen. Das machen Kinder ohne Scheu, wenn sie sich mit einem kleinem Reim die Schuhbänder binden. Auch später, z.B. nach dem Besuch eines Computerkurses fällt es leichter, die Maus mit kleinen Befehlen an die richtige Stelle zu dirigieren. „Laut denken“ nennt man dass mitunter. Es hilft zu fokussieren und die eigenen Potenziale auszuschöpfen.

Allerdings kann es passieren, dass die KollegIn ungläubig nachfragt, wenn man vor dem Bildschirm sitzt und sich selbst anfeuert. Auch wenn WissenschaftlerInnen untermauern, dass auch das Wissen von Erwachsenen durch Selbstgespräche bestätigt werden kann, schauen sich dann doch viele davor ein gar zu offenes und zu lautes Gespräch mit sich selbst zu führen – auch wenn es angebracht wäre.

Kreativität durch Selbstgespräche

Der „Self Talk“ ist sehr förderlich, vor allem, wenn wir schwierige Aufgaben zu lösen haben oder ein Knäuel an Gedanken zu entwirren haben.

Die Gedanken in Worte zu fassen dauert zwar länger als stilles Denken, aber durch die klaren Worte bringen wir die Gedanken auf den Punkt. Es bildet sich Struktur und Klarheit. Das laute Denken steigert auch die Aktivität und das Bilden von Verknüpfungen im Gehirn.

Auf das Wie kommt es an

Welche Selbstgespräche wirken nun fördernd? Hier ein paar Regeln dafür:

  • Im Selbstgespräch auf die Sache konzentrieren.
  • Lösungsorientiert bleiben.
  • Das Ego nicht unnötig zu zerpflücken. Bei Fehlern keine abwertenden Selbstdemontagen: „Bin ich dumm! Wie kann man nur!“ 
  • Auch das Ego freut sich über Komplimente als Selbstverstärker: „Das hast du gut gemacht!“
  • Offene Fragen steigern die Motivation mehr als anfeuernde Parolen, die mehr Druck erzeugen: „Schaffe ich das?“
  • Beim Lernen oder Lösen von schwierigen Aufgaben helfen Fragen, die nach den Ergebnissen der eigenen Handlungen suchen: „Wenn ich das jetzt so mache, was passiert dann?“
  • Um das Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, sollte es interviewen: „Wie hat das das letzte Mal funktioniert?“