Die Sache mit dem Stress…

Laut der internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme der WHO (ICD) ist Burnout keine Krankheit, sondern ist viel mehr ein Problem der Lebensbewältigung. Dies bedeutet aber nicht, dass mit dem körperlichen, geistigen und emotionalen Erschöpfungszustand nicht auch diagnostizierbare Krankheiten wie Depression, Angststörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Rückenbeschwerden einhergehen können.

Auslöser des Erschöpfungszustandes sind andauernde psychische Belastungen, die nicht bewältigt werden können. Alltagssprachlich auch Stress genannt.

Die Prävention von Stress fängt nicht erst dann an, wenn die ersten gesundheitsgefährdeten Symptome bemerkt werden können. Sie setzt an jenem Punkt an, an dem die Folgen psychischer Beanspruchung als nicht mehr anregend und motivierend erlebt werden.

Viele MedizinerInnen raten zu Entspannung-, Atem- und Meditationsübungen. Diese helfen zwar die Situation der psychisch belasteten Person zu erleichtern, greifen aber zu kurz.

Zum einen muss durch verhältnispräventive Maßnahmen das berufliche Umfeld so gestaltet werden, dass psychische Belastungen am Arbeitsplatz „möglichst gering gehalten und ihre gesundheitsschädigenden Auswirkungen abgeschwächt werden“ (ArbeitnehmerInnenschutzgesetz § 60 Abs. 2).

Zum anderen ist am Verhalten der betroffenen Person anzusetzen, wobei die Bewertung der Situation, die als negativ erlebt wird, verändert wird und die Kontrolle über die Situation sowie die Stressbewältigungskompetenzen erweitert werden.

Stresspräventives Coaching setzt dort an, bevor die Gesundheit beeinträchtigt wird und erhöht die individuelle Lebensqualität durch folgende Maßnahmen:

  • Persönliche Lebenssituation und Lebensumfeld betrachten und analysieren
  • Identifizierung von Treibern und Glaubenssätzen
  • Erkennen und Stärken der eigenen Ressourcen
  • Eigene Strategien im Umgang mit Stress und psychischer Belastung erarbeiten und im Alltag verankern
  • Eigene Ziele finden
  • Stressoren verringern
  • Wertemanagement
  • Zeitmanagement
  • Eigene Wege zur Entspannung finden und einüben

Ich biete ein spezielles stresspräventives Coaching für alle Berufstätige, vor allem Führungskräfte an – noch bevor stressinduzierte Erkrankungen entstehen können.

Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir und vereinbaren ein kostenloses Erstgespräch.

Psychische Belastung Arbeit

Arbeiten ist in Österreich immer mehr mit psychischer Belastung verbunden. 40,3 Prozent der erwerbstätigen Personen leiden zumindest an einem psychischen Risikofaktor. Zeitdruck bzw. Überbeanspruchung wurden dabei am häufigsten genannt (38,3 Prozent).

Damit ist die psychische Belastung der ArbeitnehmerInnen in den letzten 6 Jahren um rund 6 Prozent gestiegen. In der letzten Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung zu Arbeitsunfällen und arbeitsbezogenen Gesundheitsproblemen der Statistik Austria 2007 gaben noch 34 Prozent der ArbeitnehmerInnen an, an einem psychischen Belastungsfaktor am Arbeitsplatz zu leiden. Damals war mit vergleichsweise geringen 30 Prozent Zeitdruck und Überlastung daran Schuld.

Man muss sich diese Zahlen auf der Zunge zergehen lassen: 4 von 10 Befragten klagten über mindestens ein Problem psychischer Natur, welches mit dem Arbeitsplatz zu tun hatte.

Dabei wurden jedoch nur zum Befragungszeitraum erwerbstätige Personen bei der Abfrage von Risikofaktoren einbezogen. Es wurden also jene Menschen, die aufgrund des Fehlens einer Arbeit massiv unter Druck stehen bzw. unter Druck gesetzt werden, nicht einbezogen. Daher ist anzunehmen, dass der Prozentsatz der Personen, die sich aufgrund der Arbeit unter einer psychischen Belastung leiden um einiges höher ist.

In Zahlen ausgedrückt leiden bereits 57.900 Personen unter Stress und 49.800 unter Depressionen und Angstzuständen. Das sind aber nur die Angaben derjenigen, die so mutig waren, diese Erkrankungen auch zuzugeben. Zudem darf man nicht die Augen davor verschließen, dass auch Rückenprobleme oder Probleme mit dem Gehör oder den Augen immer wieder auf psychische Belastungen zurückzuführen sind.

Interessant  und für Österreich sehr typisch sind die Stellungnahmen der Sozialpartner Österreichische Gewerkschaftsbund und Wirtschaftskammer zu diesem Thema: Nicht überraschend meinte der Vertreter der Wirtschaftskammer Österreich: „Psychische Belastungen nur auf den Arbeitsplatz zurückzuführen, ist eine verkürzte Sichtweise, die nicht der Realität entspricht. Mit immer neuen Forderungen nach weiteren Reglementierungen (…) kommen wir nicht weiter. Stattdessen sollten wir alle versuchen, die Eigenverantwortung des Einzelnen für sein persönliches Wohlbefinden zu stärken.“

Während der Österreichische Gewerkschaftsbund auf Prävention und Regulierung setzt: „Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers muss viel weiter gehen als bisher. Nur so können teure chronische Krankheiten verhindert werden. Eine Ursache dafür sind überlange Arbeitszeiten.“ Der ÖGB will Überstunden reduzieren, indem sie für die Betriebe teurer werden sollen.

Beides wird keine Entlastung für die psychisch Belasteten bringen. Ein grundsätzliches Umdenken muss stattfinden. Allein mit Beratungsangeboten wie fit@work oder betrieblicher Gesundheitsförderung werden die Tatsachen, dass immer mehr Menschen mit Diagnosen wie Burn-Out oder Depression aus dem Erwerbsleben kippen nicht zu lösen sein.

In Zeiten, in denen zum einen 389.155 Menschen Arbeit suchen und zum anderen 25 Prozent der Erwerbstätigen in Österreich regelmäßig mehr als 10 Stunden pro Tag arbeiten. In Zeiten, in denen  bereits Hilfsarbeiter All-In-Arbeitsverträge haben muss sich wohl etwas grundlegend am System ändern!

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