Körperliche Aktivität schützt vor Depression

Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Konzentrationsprobleme, Schwermut oder mangelnde Motivation: Die Depression hat viele Formen. Mehr als 600.000 Menschen in Österreich kennen sie. Jeder Zehnte von uns erkrankt im Laufe ihres / seines Lebens einmal daran. Heute kennen wir einige effektive Behandlungsmethoden dieser „Volkskrankheit“. Medikamente wie Psychopharmaka und Psychotherapie sind die beiden Eckpfeiler zur Behandlung der Depression. Eine weitere weiter „Methode“ findet seit einigen Jahren zunehmend Beachtung: körperliche Aktivität.

Neu ist die Idee, dass Bewegung und sportliche Betätigung bei vielen körperlichen Gebrechen helfen kann, keineswegs. Wir wissen wir , dass sich Sport auf beinahe jeden Teil von Körper, Geist und Seele positiv auswirkt: Körperliche Aktivität schützt vor Diabetes, verhindert Gefäßerkrankungen und hellt das Gemüt auf.

Sport ähnliche Wirkung wie Medikamente

Ein internationales WissenschafterInnenteam an der Universität Bern hat alle verfügbaren Übersichtsstudien zur Wirkung von Sport auf Angststörungen und Depressionen zusammengefasst und herausgefunden, dass Sport ebenfalls Veränderungen im Gehirn bewirkt, die sonst nur durch Medikamente erzielt werden.

Antidepressiva steigern die Konzentration des auch «Glückshormon» genannten Gehirnbotenstoffs Serotonin im Gehirn, der unter anderem Stimmung, Gefühl, Schlaf und Appetit steuert. Außerdem fördern Antidepressiva die Neubildung von Nervenzellen im Hippocampus, einer Region im «Gefühlszentrum» des Gehirns, dem limbischen System. Depressionen hingegen führten zum Absterben von Zellen in dieser Hirnregion.

Sport und körperliche Aktivität wirkten somit ähnlich wie die Medikamente: Auch sie lassen den Serotoninspiegel im Blut ansteigen und regen das Wachstum der Nervenzellen im limbischen System an.

Regelmäßige Bewegung scheint nach bisherigem Stand der Forschung ein probates Mittel zu sein, um Depressionssymptome zu vermindern. Leider lassen die Metaanalysen noch keine Schlüsse zu, wie oft und wie lange wöchentlich Sport getrieben werden sollte.

Zudem ist es kostengünstig und hat nur wenige Nebenwirkungen. Ob und vor allem in welchem Ausmaß Sport und körperliche Aktivität eine Ergänzung oder sogar Alternative zu Medikamenten bei leichten Depressionen sein können, muss jedoch noch untersucht werden.

Link:
Effects of Exercise on Anxiety and Depression Disorders: http://www.eurekaselect.com/122692/article

Quelle:
Presseaussendung, 16.9.2014: http://www.pressetext.com/news/20140916025