Rezept: So wird Ihr Urlaub zur Erholung

Die Urlaubszeit steht vor der Tür. Sie haben Ihren Urlaub sicher schon gebucht! Sie und Ihre Familie freuen sich schon auf die Reise?

Doch nicht immer bringt der Urlaub die Erholung, die man sich von ihm erwartet: Die Anreise ist stressig, die Kinder quengelig, die Sonnenbrille ist daheim geblieben, das Hotel entspricht nicht dem, was im Katalog abgebildet war, und da sind dann immer noch diese Nachrichten aus dem Büro, die schlechtes Gewissen verbreiten.

Neben der Planung der Anreise, des Urlaubsprogramms und der Dinge, die man mitnehmen möchte, sollten Sie sich auch ein paar Gedanken zur Erholung machen. Hier eine Checkliste:

Rezept:

Zutaten:

  • ein bisschen Zeit
  • Gespräche mit den Mitreisenden und KollegInnen

Dauer: solange wie notwendig

Rezept: 

  • Gewinnen Sie möglichst viel Abstand zu Ihrer Arbeit: Machen Sie nicht nur beruflich, sondern auch privat E-Mail-Pause und haben Sie den Mut, das Handy öfters abzuschalten. Lassen Sie die Arbeitswelt für den Zeitraum des Urlaubs hinter sich.
  • Organisieren Sie eine Urlaubsvertretung:  Reden Sie mit Ihren KollegInnen, wer sich während Ihrer Abwesenheit um dringliche Aufgaben kümmert, damit Sie nach Ihrer Rückkehr nicht von einem Berg an Arbeit erschlagen werden. Bereiten Sie – wenn möglich – schon vor Ihrer Abreise die wichtigsten Arbeitsaufgaben für den Zeitpunkt Ihrer Rückkehr vor.
  • Vermeiden Sie zu abrupte Übergänge: Versuchen Sie sich in den Tagen vor dem Urlaub auf die Reise vorzubereiten. Packen Sie rechtzeitig ein und stimmen Sie sich auf den Urlaubsort mit der Lektüre von Reiseberichten ein. Der abrupte Übergang vom Bürosessel zum Liegestuhl kann Stress hervorrufen.
  • Nehmen Sie Unannehmlichkeiten mit Humor: Auch wenn der Pool überfüllt ist, das Essen nicht so gut wie erwartet – lassen Sie sich den Urlaub nicht verderben. Genießen Sie die freie Zeit!
  • Geben Sie sich Zeit: Wir können nicht von einer Minute auf die andere von stressigem Berufsalltag auf Nichtstun umschalten. Geben Sie sich Zeit, sich an den Urlaub zu „gewöhnen“. Es dauert oft einige Tage, bis sich das gewünschte Urlaubsfeeling einstellt.
  • Gestalten Sie Ihre freie Zeit: Machen Sie im Urlaub das, was Ihnen Spaß macht und Ihnen gut tut. Sie machen den Urlaub für sich und nicht für die Daheimgebliebenen. Sie müssen nicht alle empfohlenen Sehenswürdigkeiten besuchen oder alle Aktivitäten, die das Hotel bietet, ausprobieren.
  • Verplanen Sie nicht Ihre gesamte Urlaubszeit: Lassen Sie sich freie Zeit für Überraschendes, Spontanes und vor allem zum Faulenzen.
  • Gespräche: Besprechen Sie mit Ihren Mitreisenden deren Wünsche und Erwartungen an den Urlaub und die Urlaubsplanung. Seien sie aber auch realistisch: Nicht alle Wünsche können erfüllt werden und vergessen Sie dabei nicht auf sich!
  • Seien Sie offen für Neues: Wenn Sie in ein fremdes Land reisen, stoßen Sie dort auf eine andere Kultur und Mentalität. Geben Sie sich Zeit, sich mit der neuen Lebensweise anzufreunden und bewerten Sie diese nicht. Sie können dabei nur dazulernen.

Ergebnis: Wenn Sie sich mit einigen der obigen Punkten beschäftigen, steht einem erholsamen Urlaub nichts im Wege. Ich wünsche Ihnen einen schönen Urlaub!

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Die Rezepte für mehr Lebensfreude und weniger Stress sind wie Kochrezepte: Sie probieren das Rezept aus. Wenn es Ihnen schmeckt, dann heben Sie es auf und machen es immer wieder. Wenn es Ihnen nicht zusagt, warten Sie einfach auf das nächste Rezept. Die Rezepte kommen alle zwei Wochen zu Ihnen per Newsletter ins Haus.

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Wie Sie Ihr Urlaubsfeeling dauerhaft behalten können

Wie Sie Ihr Urlaubsfeeling behalten dauerhaft können

Ihr erster Tag im Büro nach dem Urlaub: Sie werden von allen bedrängt, wie es war und die Komplimente, wie erholt und gut Sie aussehen überschlagen sich. Und Sie fühlen sich auch gut, supergut sogar. Voller Elan, mit neuen Ideen und guten Vorsätzen sind Sie aus dem Urlaub gekommen.

Der erste Tag nach dem Urlaub fühlt sich toll an. Noch ist der Trott noch nicht zurückgekommen. Vielleicht sind Sie abends nach der Arbeit sogar noch eine Runde gelaufen? Sie haben sich vorgenommen, da und dort etwas in Ihrem Alltag zu verändern. Die Erholung mitzunehmen und sie nicht mehr fortgehen zu lassen.

Aber schon der zweite Tag im Büro fühlt sich nicht mehr so gut an. Es haben sich Berge von E-Mails angesammelt und die Arbeitsaufträge, die Sie während Ihrer Abwesenheit verteilt hatten, sind falsch oder gar nicht erledigt worden. Sie sind im Rückstand. Da wird es wohl Überstunden geben müssen. Es macht sich bei Ihnen leichter Frust breit. Diesen Abend gehen Sie ausnahmsweise nicht mehr laufen.

Am nächsten Tag bleiben Sie gleich einmal länger im Büro und lassen das Mittagessen ausfallen. Sie müssen die durch den Urlaub verlorene Zeit ja wieder Wett machen. Spätestens am fünften Tag ist vom Urlaub nicht mehr viel anderes geblieben als der schöne, gesunde Teint im Gesicht und tolle Urlaubsbilder. Die Energie ist weg, alle neuen Ideen sind vergessen, die Vorsätze aufgeschoben.

Kennen Sie das?

Ich kenne das nur zu gut. Als ich ausschließlich in einem Angestelltenverhältnis gearbeitet habe, ist mir das  pünktlich nach jedem Urlaub passiert. Ich hatte immer eine Vielzahl an Ideen, was ich wie anders machen werde nach dem Urlaub. Diese Ideen waren aber nach wenigen Tagen verschwunden und mit ihnen auch die Erholung.

Ich habe mich damals immer gefragt: Muss das wirklich so sein?

Heute weiß ich: Nein!

Viele werden jetzt sagen: Tu das, was du liebst, und du musst nie mehr arbeiten.

Aber so einfach ist das nicht. Nicht alle von uns können sich immer danach richten, was Sie am liebsten tun würden. Und auch der beste Job ist manchmal öde.

Es geht auch anders. Seit ich in meinem eigenen Unternehmen arbeite, stellt sich dieser oben beschriebene Effekt aber nicht mehr ein. Aber sicher nicht, weil ich bereits bei der 4-Stunden-Woche angelangt bin. Ich habe jetzt einfach mehr Möglichkeiten auszuprobieren, was mir gut tut und kann oft meine Arbeit dann tun, wann ich im „Flow“ bin und nicht, wann jemand anders meint.

Ich habe für Sie zusammengestellt, was ich getestet habe und was bei mir gut funktioniert hat.

So erhalten Sie Ihr Urlaubsfeeling … ewig!

  1. Nehmen Sie sich eine Übergangszeit. 
    Nichts ist lästiger und energieraubende als abends aus dem Flugzeug zu steigen und am nächsten Tag im Büro zu sitzen. Planen Sie ein bis drei Tage Übergangszeit ein, in der Sie in Ruhe ankommen und in den Alltag finden können.
  2. Lassen Sie es langsamer angehen.
    Niemand gebietet Ihnen, die Koffer sofort auszupacken, alles zu waschen und spätestens am nächsten Tag sieht niemand mehr, dass Sie am Vortag angekommen sind. Stimmt, oder? Genau! Und warum machen Sie es dann?
    Ebenso verhält es sich mit dem Rückstau an Arbeit. Wenn Sie drei Wochen weg waren, kann niemand erwarten, dass Sie diese Zeit in einer Woche einarbeiten.
  3. Planen Sie zuerst.
    Rennen Sie nach dem Urlaub nicht gleich los und reißen alle Bäume nieder! Sichten Sie. Planen Sie, was Sie wann machen werden. Priorisieren Sie und trennen Wichtiges von Unwichtigem.
  4. Urlaubsrituale pflegen.
    Übernehmen Sie sich einige Urlaubsrituale, zumindest die erste Zeit. Kochen Sie abends so wie im Urlaubsland. Gehen Sie morgens schwimmen oder laufen. Gönnen Sie sich eine längere Mittagspause. Sehen Sie sich immer wieder Ihre Urlaubsfotos an. Stellen Sie sich vielleicht ein Urlaubssouvenir auf den Schreibtisch im Büro.
  5. Planen Sie den nächsten Urlaub.
    Vorfreude ist die schönste Freude. Warum auf den nächsten Urlaub warten? Sie können doch auch einmal einen besonderen Tagesausflug oder ein erholsames Wochenende zu zweit planen. Das bringt Abwechslung und Erholung. Oder überlegen Sie sich, wo es im nächsten Urlaub hingehen soll.
  6. Verschaffen Sie sich Erholungsphasen.
    Planen Sie Erholungsphasen bewusst in Ihren Alltag ein: Fahren Sie eine Runde mit dem Rad, meditieren Sie oder lesen Sie. Tun Sie täglich ein bisschen von dem, was Ihnen gut tut und Spaß macht.

 

 

 

Warum Erholung für uns Schwerarbeit ist (Teil 2)

ErholungGehen wir gleich in die Vollen: Können Sie im Urlaub abschalten? Oder ziehen plötzlich während eines entspannten Gesprächs mit den geliebten Menschen in der Strandbar Bilder von der letzten hitzigen Diskussion im Büro wie Gewitterwolken auf? Lassen Sie unerledigte Aufgaben aus dem Nachmittagsnickerchen hochschrecken?

Sind Sie eine, die gerne einmal heimlich die E-Mails checkt oder dem Kollegen ein E-Mail schickt, ob alles ok ist. Die Frage ist, was es Ihnen nützt, das zu tun. Was möchten Sie hören?

Aber eines ist klar, was Sie da tun ist der größte Erholungskiller, den man sich vorstellen kann. Wenn Sie ständig mit den Gedanken bei der Arbeit festhängen, erholen Sie sich nachweislich nicht. Eigentlich könnten Sie gleich zu Hause bleiben.

Was können Sie nun während des Urlaubs tun, dass der Urlaub erholsam wird?

Carmen Binnenwies von der Universität Münster spricht von vier Erholungsphasen:

  • Abschalten von der Arbeit: Gewinnen Sie erst einmal Abstand von der Arbeit.
  • Entspannung: Kommen Sie zur Ruhe. Versuchen Sie sich körperlich und mental zu entspannen.
  • Mastery-Erfahrungen: Meistern Sie kleine oder auch größere körperliche Herausforderungen. Besteigen Sie z.B. einen Berg, umrunden des See mit dem Fahrrad oder belegen Sie einem Kunstkurs.
  • Kontrolle über die Freizeit: Machen Sie nur, was Ihnen Freude bereitet. Sie müssen nicht beim frühmorgendlichen Nordic Walking mitmachen, nur weil es angeboten wird. Nur wenn alle auf ihre Kosten kommen, wird der Urlaub erholsam.

Passive Erholung wie Faulenzen, Dösen, Bücher lesen ist erlaubt, aber in Maßen. Ein Gleichgewicht zwischen Entspannung und Bewegung ist aber notwendig um sich regenerieren zu können. Durch aktive Erholung wie sportliche Betätigung werden nachweislich Spannungen abgebaut, man kann sich abreagieren, erfährt und lernt möglicherweise auch Neues.

Linktipp:

Idee zum Artikel: Birgit Schöneberger: „Erholung: Die Kunst, neue Kräfte zu sammeln.“ (Psychologie Heute, 08/2014)

 

Warum Erholung für uns Schwerarbeit ist (Teil 1)

ErholungGeben Sie es zu, Sie haben schon an Ihren Sommerurlaub gedacht, ihn vielleicht schon geplant und gebucht. Wohin soll es in diesem Sommer gehen? Wieder einmal in die Berge mit der ganzen Familie oder doch ans Meer? Städtetrip oder Natur genießen?

Das Telefon abstellen, den Computer zu Hause lassen, nur die Seele baumeln lassen, die Wolken beobachten, Blumen pflücken, Muscheln sammeln und … Stop! Wunschdenken! Die FreundInnen müssen per Facebook über jede Aktivität informiert werden, die Empfehlungen aus dem Reiseführer müssen abgearbeitet werden. Fotos müssen geschossen werden – die zu Hause gebliebene Familie erwartet sich nämlich eine umfassende Dokumentation.

Schon alleine der Gedanke daran macht müde. Klingt mehr nach Belastung und nicht nach Erholung.

Doch, wie geht Erholung? In den letzten Jahrzehnten ist der Bedarf nach Erholung auf Grund der gestiegenen Leistungserwartungen in Beruf enorm gestiegen. Zugleich haben wir das Gefühl verloren, wie wir uns richtig erholen.

Das Hauptziel eines Erholungsurlaubes ist den eigenen Rhythmus wieder zu finden. Ein Beispiel: Wer von Natur aus gerne lang aufbleibt und dafür lange ausschläft, aber aufgrund der Arbeit immer früh raus muss, sollte im Urlaub seinem eigenen Rhythmus frönen. Urlaub soll dem Körper helfen wieder in Balance zu kommen. Das wird nur gelingen, wenn wir uns an dem orientieren, was wir wirklich brauchen.

Um den notwendigen Ausgleich zu finden, muss man sich einige Fragen stellen:

  • Was tut mir gut?
  • Was belastet mich in meinem beruflichen Alltag besonders?
  • Was könnte ein Gegengewicht dazu sein?

Das Zauberwort für die Auswahl des richtigen Urlaubs, der Erholung bringt ist: Kontrasterlebnisse.

Wer im Job täglich offen und kommunikativ auf Menschen zugehen muss, sollte im Urlaub die Möglichkeit nutzen, sich zurückzuziehen und auch einmal allein etwas zu unternehmen. Wer in der Arbeit sehr genau sein muss, könnte sich für einen Urlaub entscheiden, in dem nicht alles vorgeplant ist. Wer einen sozialen Beruf nachgeht, in dem er/sie sich um andere kümmern muss, sollte sich im Urlaub verwöhnen lassen. D.h. Anforderungen, die man im Arbeitsalltag hat, sollte man im Urlaub meiden. Mehr vom Gleichen bringt nicht die erwünschte Erholung.

  • Lesen Sie auch Teil 2 am 21.4.2015: Was kann ich während des Urlaubs tun, dass der Urlaub erholsam wird.

 

Idee zum Artikel: Birgit Schöneberger: „Erholung: Die Kunst, neue Kräfte zu sammeln.“ (Psychologie Heute, 08/2014)

 

So viel Urlaub nehmen, wie man braucht

Ist Ihnen das auch schon einmal passiert? Sie sitzen im Büro, Sie haben eigentlich nichts zu tun und müssen trotzdem bleiben. Gibt es nicht, sagen Sie. Doch, gibt es! Auch in Zeiten von permanentem Zeitdruck und Überforderung. Wäre es da nicht gescheiter, nach Hause zu gehen und zu tun, was immer einem Freude bereitet?

Grundsätzlich wäre das an vielen Arbeitsplätzen möglich. Die Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten sowieso schon eigenverantwortlich, warum dürfen sie dann nicht entscheiden, wann sie nach Hause gehen? Oder gar, wie viel Urlaub sie nehmen?

Der britische Schallplatten-, Luftlinien-, Banken- und was weiß noch alles-Milliardär Sir Richard Branson hat mit dieser Idee Ende letzter Woche für Furore gesorgt. Er erlaubt seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab sofort soviel Urlaub zu nehmen, wie sie brauchen und  wann sie ihn brauchen. Das Personal darf  nun ohne vorherige Ankündigung von der Arbeit fern bleiben, sofern sie mit ihren Aufgaben im Zeitplan sind und die Arbeit darunter nicht leidet.

It is left to the employee alone to decide if and when he or she feels like taking a few hours, a day, a week or a month off, the assumption being that they are only going to do it when they feel a hundred per cent comfortable that they and their team are up to date on every project and that their absence will not in any way damage the business – or, for that matter, their careers!”, so Branson. Er glaubt, mit der innovativen Lockerung der Urlaubsregelung die Moral, die Kreativität und die Produktivität zu steigern.

Doch, zurück nach Mitteleuropa: In Österreich bestimmen strikte Regelungen, wie viel man mindestens arbeiten muss. Im Dienstvertrag oder am Dienstzettel ist das Mindestmaß festgehalten und darf über längere Zeit nicht unterschritten werden. Was passiert, wenn dies doch eintritt, wissen alle, denen es schon einmal passiert ist: Die Personalverrechnung reagiert panisch und mit ihnen auch alle direkten und indirekten Vorgesetzten. Im Gegensatz dazu ist aber an den meisten Arbeitsplätzen erlaubt, so viele Stunden zu arbeiten, wie man „möchte“. Ob man jedoch diese Stunden jemals in Zeit oder Geld refundiert bekommt ist fraglich. Das ist aber eine andere Geschichte…

Also, lieber untätig herumsitzen, Löcher in die Luft starren, facebooken oder die Kolleginnen und Kollegen vom Arbeiten abhalten. Man muss die Zeit ja rumbringen, oder?