Warum Neujahrsvorsätze nicht funktionieren

NeujahrsvorsätzeIn wenigen Tagen geht wieder ein Jahr zu Ende. Ein Jahr, in dem viel gelungen ist, viel Unverhofftes passiert ist und wir hoffentlich etwas Freude erlebt haben. Einige unserer Ziele haben wir ganz sicher nicht erreicht.

Genau diese nicht erreichten Ziele fallen uns wieder ein, wenn wir an das neue Jahr denken. Zu diesem Zeitpunkt werden wir wieder ein paar Kilogramm schwerer sein. Kein Wunder nach der Völlerei zu den Feiertagen und den Wochen davor! Wir werden wieder einsehen, dass wir gesünder leben müssen. Also weniger essen! Da das alleine nicht ausreichen wird, um das Übergewicht zu verlieren (der nächste Sommer kommt bestimmt), sollten wir auch noch Sport betreiben. Am besten mehrmals die Woche. Und natürlich endlich zu rauchen aufhören und weniger Alkohol, dafür mehr Wasser trinken.

So oder so ähnlich kommen Neujahrsvorsätze zustande.

Der Beginn des neuen Lebens, äh, neuen Jahres schaut dann vielversprechend aus: Gleich mal neue Laufschuhe gekauft (die Oma hat ja zwei Hunderter zugesteckt) und eine große Runde in Angriff genommen. Am Abend dann Salat und einen grünen Smoothie. Am nächsten Tag muss dann das Lauftraining ausfallen, da der Muskelkater enorm ist. Am dritten Tag dann eine kleinere Runde. Der Salat schmeckt schon nicht mehr so gut. Das Training an den Tagen vier, fünf und sechs fällt flach. Irgendwann muss der Rückstand aus den Weihnachtsurlaub wieder aufgearbeitet werden und die Muskeln müssen sich ja regenerieren. In der darauffolgenden Woche wird noch zwei Mal trainiert. Die gesunde Kost wird wieder durch Kantinenessen und Take-away vom Italiener ausgetauscht. In Woche drei bleiben die Laufschuhe ganz im Schrank. Die kann man ja im nächsten Urlaub wieder gebrauchen…

Ist es Ihnen auch schon mal so ergangen?

Haben Sie sich in der Vergangenheit auch immer wieder gute Vorsätze für das neue Jahr vorgenommen? Und nach wenigen Wochen waren die Neujahrsvorsätze auf irgendwann verschoben? Sie sind kein Einzelfall!

Auch mir ist es schon so ergangen. Heute weiß ich auch, warum Neujahrsvorsätze nicht funktionieren:

  1. Die guten Vorsätze beziehen sich meistens auf Gewohnheiten, die wir schon lange hegen und pflegen und die sich daher nur mit einiger Anstrengung ändern lassen. Sonst wäre für eine Veränderung gar kein guter Vorsatz notwendig, sondern wir würden es einfach tun.
  2. Gleichzeitig stecken wir uns die Ziele zu hoch. Wir wollen alles und das sofort. Am 1. Jänner mit dem Rauchen aufzuhören, 3 Mal die Woche Laufen zu gehen und die Ernährung umzustellen überfordert uns in jeder Hinsicht. Zu großer Ehrgeiz gepaart mit zu wenig Geduld führt zu Überforderung und Frust.

Aber es gibt auch ein paar Ansätze, wie wir uns und unseren inneren Schweinehund austricksen können:

  • Der Glaube versetzt Berge. Sind Sie voll und ganz vom Vorhaben und der eigenen Willenskraft überzeugt, können Sie Ihre Neujahrsvorsätze besser einhalten.
  • Nicht an die große Glocke hängen. Es ist anzuraten, Ihre Neujahrsvorsätze nicht allen zu erzählen. Sie vermeiden dadurch zu großen Druck und Kontrolle von außen und hämisches Gelächter, falls Sie Scheitern.
  • Treffen Sie Entscheidungen! Besser ist es, keine Vorsätze aufzustellen sondern stattdessen Entscheidungen zu treffen. Sie sollten Ihre Entscheidungen dann in mehrere Einzel-Ziele umwandeln, damit diese auch realistisch umsetzbar sind.
  • Bleiben sie dran! Gewohnheiten, die sich in Jahren gefestigt haben, können sich nicht in wenigen Tagen in Luft auflösen. Seien Sie geduldig und machen Sie auch bei Rückschlägen weiter!

Vergessen sie nicht, es bedarf keines neuen Jahres um Gewohnheiten zu ändern. Sie können das zu jeder Zeit!

 

Vom „richtigen“ Zeitpunkt im Leben

Vom richtigen ZeitpunktWir stehen tagtäglich vor neuen Entscheidungen in unserem Leben. Manche von ihnen sind leicht zu treffen, manche von ihnen kosten viel Mut und Kraft. Viele Entscheidungen schieben wir hinaus und warten auf den „richtigen“ Zeitpunkt.

Wann ist der „richtige“ Zeitpunkt da? Dann, wenn unser Konto satt im Plus ist oder wenn wir wieder in die Hose von vor 5 Jahren passen? Kennen Sie auch die innere Stimme, die sagt: „Jetzt nicht, weil …“? Die Gründe gegen das „Jetzt“ sind endlos: Es geht jetzt nicht, weil das Kind krank ist, man Stress mit dem Lebenspartner hat oder im Job so viel zu tun ist. Wir sind nicht wählerisch im Erfinden von immer neuen Gründen, warum gerade jetzt nicht der „richtige“ Zeitpunkt ist um die Veränderung zu beginnen.

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Neue Formen der Arbeit: Wie sich unsere Arbeit verändert

Neue Formen der ArbeitUnsere Arbeit hat sich in den letzten 20 Jahren verändert. Nicht nur, was wir tun und wie wir es tun, sondern auch in welchem Rahmen wir es tun. Klingelte Mitte der 1990er-Jahre noch pausenlos das Telefon und wir harrten ungeduldig dem Rückruf, beantworten wir zwischen heute Nachrichten und Abendspielfilm noch schnell die E-Mails. „Arbeiten, wann und wie man möchte“, so das Grundkonzept der Flexibilisierung. Doch im Umkehrschluss heißt das auch Arbeiten ohne Dienstschluss und wenige längere Entspannungsphasen.

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Von „lieben“ Gewohnheiten und Belohnung

Unser Wohlbefinden steuert, ob wir uns verändern oder nicht. Das Verändern von Gewohnheiten mobilisiert immer Stress, Verunsicherung und Ängste. Das Festhalten an Gewohnheiten gibt uns Sicherheit und ein „gutes Gefühl“. Es trägt also eine starke Belohnung in sich. Wollen wir diese Hürde überspringen, muss die Aussicht auf Belohnung immer wesentlich stärker sein als es das Festhalten am Gewohnten verspricht. Deshalb spricht man von den „lieben Gewohnheiten“.

Der Hirnforscher und Professor für Verhaltenspsychologie an der Universität Bremen Gerhard Roth meint, „Belohnung und Aussicht auf Belohnung sind die wirksamsten Faktoren für eine Verhaltensänderung.“

Die Art der Belohnung muss an die Werte des Menschen angepasst sein. Was für den einen eine Entschädigung darstellt, ist es für den anderen noch lange nicht.

Eine Belohnung muss zeitnah auf die Verhaltensänderung folgen, um verstärkend zu wirken. Liegt die Leistung, für die belohnt wird, schon lange zurück, so wird die Belohnung kaum mehr als solche empfunden. Ebenso darf eine Anerkennung nicht zu weit in der Zukunft liegen, sonst wird sie motivational unwirksam.

Materielle Entschädigungen wie Geld verlieren ihre Wirkung bei jeder Wiederholung. Deshalb muss sie ständig gesteigert werden. Auch soziale Belohnungen wie Lob, Anerkennung, Titel lassen in ihrer Wirkung langsamer, jedoch auch stetig nach. Man muss deshalb die Art der sozialen Belohnung ständig variieren.

Die einzige Belohnung, die nicht in Sättigung geht, ist die intrinsische Belohnung, d.h. die Freude am Gelingen, die Selbstbestätigung. Sie kann sogar mit Wiederholung ansteigen.

Welche Karotte müssen wir uns nun vor die Nase halten, um die „lieben“ Gewohnheiten loszuwerden?

  • Belohnung nutzt sich schnell ab.
  • Belohnungen müssen einen gewissen Grad von Ungewissheit haben, um als solche zu wirken.
  • Belohnungen müssen dem Aufwand angemessen sein und als gerecht empfunden werden.
  • Gewohnheiten tragen ihre Belohnung in sich. Das Gehirn trachtet immer danach, Dinge zu automatisieren, Gewohnheiten auszubilden, und es besetzt dies mit deutlichen Lustgefühlen.
  • Eine Belohnung muss sich verselbständigen. Jede Belohnungsstrategie muss danach trachten, sich selbst überflüssig zu machen.

Literaturtipp und Quelle:

Roth, Gerhard: Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten – Warum es so schwierig ist, sich und andere zu verändern. 8. Auflage, März 2013.