Eigentlich wollte ich diesmal über Morgenrituale schreiben, dabei habe ich mich aber erinnert, wie mein Arbeitstag begonnen hat, als ich noch in einem Angestelltenverhältnis gearbeitet habe. Meistens hat mein Arbeitstag mit E-Mail lesen und schreiben, To Do-Listen durchsehen und dem Erledigen kleiner Aufgaben begonnen. Ich denke, bei vielen passiert das ähnlich: vielleicht kommen noch Kaffee holen, Facebook checken und die KollegInnen begrüßen dazu.

Nach einer bestimmten Zeit war ich dann bereit für die größeren Aufgaben. Und da begannen auch schon die Probleme. Das Büro war zu dieser Zeit voll besetzt, die Telefone klingelten ununterbrochen, die Kaffeemaschine zischte und zu viele Stimmen hallten durch das Großraumbüro. Ich rettete mich durch den Tag, immer um Konzentration kämpfend.

Genau für eine solche Situation hat der kanadische Berater Robin Sharma eine Lösung: seine 90-90-1-Regel.

Er sagt, dass man die ersten Stunden des Arbeitstages nicht mit den unwichtigsten Aufgaben verschwenden sollte. Denn die meisten von uns sind am Morgen – sprich 8:00 oder 9:00 Uhr morgens – am produktivsten. Wir sind ausgeruht, es gibt kaum äußere Ablenkungen oder innere Störquellen wie negative Gedanken oder Emotionen.

Sharma empfiehlt jene Projekte, die wichtig sind und die die eigene Person, Abteilung oder Firma entscheidend voran bringen würden, in den ersten 90 Minuten des Arbeitstag zu bearbeiten.

Wie die 90-90-1-Regel genau funktioniert erkläre ich Ihnen im Rezept.

Das Rezept

Zutaten:

  • 90 Minuten morgens
  • 1 großes, zukunftsweisendes Projekt

Dauer: mindestens 90 Tage

Die 90-90-1-Regel ist eigentlich in einem Satz einfach erklärt: In einem Zeitraum von 90 Tagen widmen Sie die ersten 90 Minuten jedes (Arbeits)Tages nur einem bestimmten Projekt.

In diesen 90 Minuten arbeiten Sie ausschließlich an einem Projekt. Tun Sie das bevor Sie andere Aufgaben in Angriff nehmen. Damit eliminieren Sie Störfaktoren. Schalten Sie in diesen 90 Minuten Ihn Handy ab, schließen alle Social Media-Accounts und Ihr E-Mail-Programm. Stellen Sie sicher, dass auch Ihre KollegInnen wissen, dass sie nicht stören dürfen.

Warum funktioniert das?

In den Ihnen täglich verfügbaren 90 Minuten können Sie fokussiert und ungestört an einer einzigen Sache arbeiten. Damit tun Sie mehr für Ihr Projekt als alle zwei Wochen einen ganzen Tag daran zu arbeiten. Sie sehen schnell Fortschritte und das motiviert Sie wiederum daran zu bleiben.

Morgens ist laut wissenschaftlichen Studien die Willenskraft am höchsten. Damit ist dies die ideale Zeit um sich der wichtigsten Aufgabe des Tages zu widmen. Wenn es Ihnen möglich ist, kommen Sie so früh wie möglich ins Büro: Je früher Sie am Schreibtisch sitzen, desto weniger Ablenkungen haben Sie durch KollegInnen oder Anrufe.

Das kleine Zeitfenster von 90 Minuten ist überschaubar. Es entsteht nicht das Gefühl, dass die Aufgabe nicht machbar ist. Auch werden andere dringende Aufgaben nicht soweit nach hinten geschoben, dass Probleme entstehen könnten. Dennoch sind 90 Minuten so lang, dass Sie etwas schaffen können.

Um Gewohnheiten zu verändern brauchen wir durchschnittlich 66 Tage. Sich jeden Morgen einem einzigen Projekt zu widmen bedarf Disziplin und Durchhaltevermögen. Sharma schlägt eine Dauer von 90 Tagen vor, denn erst dann werden aus den morgendlichen 90 Minuten ein Morgenritual.

Das Ergebnis

Die 90-90-1 Regel bedarf zu Beginn viel Disziplin. Doch die Disziplin zahlt sich aus. Sie können so erfolgreich große und wichtige Projekte bearbeiten und abschließen, auch wenn der Arbeitstag voll ist mit dringenden Aufgaben.

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