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Bin ich gut genug um ein Unternehmen zu gründen?

Lesezeit: 4 Minuten

Du bist gut genug!, c: Shutterstock

Als ich vor acht Jahren Menschen in meiner Umgebung erzählte, dass ich plane mich selbständig zu machen, kamen sehr oft dieselben Fragen: Kannst du das überhaupt? Woher bekommst du dann deine Kund*innen? Diese Fragen verunsicherten mich extrem. Zum einen entwickelte ich ein Gefühl, nicht gut genug zu sein, um meine Dienstleistungen anbieten zu dürfen. Nach wie vielen Lebensjahren und abgeschlossenen Ausbildungen ist Frau gut genug, Ihr Wissen auf dem Markt anzubieten? Zum anderen fühlte ich, dass ich etwas zu tun gedachte, dass für eine Frau nicht üblich war.

Leider verfolgte mich dieses Gefühl nicht gut genug zu sein einige Jahre. Bei jedem Rückschlag, bei jedem falschen Weg, den ich einschlug, hörte ich wieder die zweifelnden Fragen. Das Schlimme daran war, dass es mich davon abhielt mich als Unternehmerin zu präsentieren, sichtbar zu werden. Es hinderte mich daran, schneller dorthin zu kommen, wo ich hinwollte – zu einem guten Leben.

 

Wie wird man die Selbstzweifel wieder los?

 

Das waren meine beiden Strategien um meine Selbstzweifel in Griff zu bekommen:

  • Ich katapultierte mich immer wieder und mit vollem Wissen in unmögliche Situationen, die mich selbst herausfordernden. Zum Beispiel meldete ich mich als erste zu Wort, obwohl ich meine Wortmeldung noch gar nicht ganz durchdacht hatte oder ich sagte ein Projekt zu, dass ich nach längerem Nachdenken sicher abgelehnt hätte. Ich stellte mich mit voller Absicht in die erste Reihe. Wichtig war dabei, dass ich wenig Möglichkeit zum Rückzug hatte. Ich musste da also durch. Und das wurde ein Motto von mir: „Augen zu und durch„.
  • Ich beobachtete oft andere, wie sie mit ihren Zweifel und Ängsten umgingen. Ich definierte eine Gruppe von Menschen – vor allem männliche, es waren aber auch einige Frauen dabei -, die sich ohne mit der Wimper zu zucken gerne und oft selbst präsentierten. Und das oft nicht besonders gut. Ich schaute mir gleichzeitig die Reaktion der anderen dazu an: Gar nichts. Wenn diese Art der ständigen Selbstpräsentation jemanden nervte, äußerte sich niemand.

 

Strategien für das „Gut genug“

 

Was ich also tat, ich übte und hörte auf, zu überlegen, was andere von mir denken.

Natürlich gibt es auch heute noch neue und ungewohnte Situationen, in denen ich mich noch immer nicht gut genug fühle. Ich glaube, dass es uns allen immer wieder so geht. Ich habe eine Reihe von guten Beispielen gesammelt, in denen ich die Situationen mit Bravour gemeistert habe. Diese rufe ich mir dann ins Gedächtnis: Was soll schon passieren?

  1. Üben Sie! Wenn Sie bei sich Bereiche gefunden haben, die Ihnen ständig Bauchschmerzen und Fluchtreaktionen auslösen, die aber für Ihren Erfolg wichtig sind, versuchen Sie darin besser zu werden. Gehen Sie bewusst in diese Situationen und lernen Sie!
  2. Relativieren Sie! Gerade zu Beginn einer neuen Tätigkeit kann man nie so gut sein, wie jene, die das bereits seit 10 oder 20 Jahren machen. Vergleichen Sie sich nicht mit den erfahrenen Profis!
  3. Grundsätzlich: Vergleichen Sie sich nicht mit anderen! Sie sind wie Sie sind – mit Ihren Talenten und Erfahrungen, aber auch mit Ihren Schwächen. Ständige Vergleiche lösen bei Ihnen nur Frustration und Selbstzweifel aus.
  4. Vergessen Sie Ihre Perfektion! Wir neigen zur Perfektion, denn überall wird sie uns gezeigt. Das ist aber eine Strategie, die Sie nur verunsichert, aber nicht besser werden lässt. Vergleichen Sie sich nur mich sich selbst und lernen Sie aus Ihren Fehlern!
  5. Hören Sie auf, darüber nachzudenken, was andere über Sie denken. Vermutlich wären wir erstaunt, wie harmlos und banal die anderen über einen denken. Seien Sie authentisch und gehen Sie Ihren Weg. Nur Sie alleine können beeinflussen, wie Ihr Weg verläuft. Was andere über sie denken, liegt nicht in Ihrer Macht.

 

Sie sind gut genug!

Vergessen Sie nicht:

  • Sie haben unzählige berufliche Erfahrungen gesammelt.
  • Sie haben Ausbildungen abgeschlossen.
  • Sie haben eigene Talente und Begabungen.
  • Sie haben eine gute Geschäftsidee.
  • Nur Sie sind, wie Sie sind.
  • Nur Sie können, was Sie können.
  • Nur Sie tun Dinge so, wie Sie sie tun.
  • Der Rest kann erlernt werden!

Fazit: Sie sind gut genug, um ein eigenes Unternehmen zu gründen!

 

Weiterführende Links:

 

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Von den Lebensrealitäten von Gründerinnen. Was frau vor dem Gründen wissen sollte.

Lesezeit: 5 Minuten

Der Alltag von Gründerinnen, c: Shutterstock

Ein eigenes Unternehmen gründen bedeutet das Verlassen der gewohnten Strukturen und eine Reise ins Unbekannte. Die Lebensrealitäten von Gründerinnen unterscheiden sich aber nochmals von dem, was wir durch Hörensagen oder vom Fernsehen über den Alltag von Selbständigen kennen. Denn diese Erzählungen spiegeln sehr oft das Bild von männlichen Kleinunternehmern mit zwei bis drei Mitarbeiter*innen wider.

 

Wir sehen nun die Lebensrealitäten von Gründerinnen aus?

 

Wir werfen zunächst einen Blick auf die Fakten:

Es gibt 318.793 Ein-Personen-Unternehmen, d.h. Unternehmen ohne unselbständig Beschäftigte in Österreich. Das sind rund 60 % der Unternehmen in Österreich. Ein*e Ein-Personen-Unternehmer*in (EPU) kümmert sich in der Regel und vor allem gerade am Beginn um sämtliche unternehmerische Tätigkeiten selbst. Das wären neben der eigentlichen Tätigkeit mit und für Kund*innen, auch Kund*innenakquisition, Marketing, Buchhaltung oder Vertrieb.

Mittlerweile sind bereits 41,8 % der EPU weiblich. Das Durchschnittsalter der Gründerinnen liegt bei 47 Jahren.

Viele Frauen (und Männer) fragen sich in der Lebensmitte, ob es das schon gewesen sein soll. Meistens wurden in einer ersten Karriere wertvolle Erfahrungen gesammelt und nach einem Karrierebruch – bei Frauen meistens die Geburt einer oder mehrerer Kinder – ist ein wenig flexibles Anstellungsverhältnis nach der Elternkarenz auf Dauer nicht mehr erstrebenswert.

Erschwerend kommt bei Frauen hinzu, dass mit einer Elternkarenz auch ein Einbruch der Karriere einhergeht. Frauen müssen nach der Rückkehr mit weniger Gehalt und weniger Arbeitsstunden beim alten Arbeitgeber neu beginnen. So verdienen Frauen auch nach zehn Jahren nach der Geburt des Kindes im Vergleich zum Mann nur die Hälfte.

 

Was sind die Motive für eine Gründung?

 

Nicht verwunderlich ist es, dass Frauen auf die Frage nach den Gründen für eine Unternehmensgründung folgende drei Antworten am häufigsten geben:

  • Eine eigene Geschäftsidee umsetzen,
  • Freiheit und Unabhängigkeit und
  • Selbstverwirklichung.

Am seltensten werden hingegen ein hohes Einkommen, Anerkennung und Ansehen sowie bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Pull-Faktoren genannt. Und hier liegt schon ein Denkfehler begraben – aber dazu etwas später.

 

Welche Ängste haben Gründerinnen?

 

Obwohl Gründerinnen in der Regel keinen großen Wert auf ein hohes Einkommen legen, sehen sie eine gute soziale und gesundheitliche Absicherung und die zu hohen Kosten für Abgaben als größter Herausforderungen als EPU. Danach kommen bereits die Angst vor dem Selbstmarketing und vor dem Überforderung durch vielfältige Anforderungen. In den Top 5 findet sich dann erneut die Befürchtung von finanziellen Problemen aufgrund von wenig Umsatz und Einkommen.

Wie kann es also sein, dass Frauen finanzielle Probleme fürchten, aber dennoch ein hohes Einkommen nicht als wichtig erachten?

 

Geringer Geschäftserfolg als selbsterfüllende Prophezeiung?

 

In einer Umfrage unter Unternehmerinnen gaben 2017 70 Prozent an weniger als € 20.000.- netto im Jahr zu verdienen. 21 Prozent verdienten gar weniger als € 6.000.- im Jahr und 26 Prozent zwischen € 6.000 und € 12.000.-.

Diese Unternehmerinnen benötigen also entweder noch zusätzlich ein Gehalt aus einer Anstellung oder müssen sich auf den/die Lebenspartner*in verlassen, um über die Runden zu kommen.

Im Vergleich dazu waren 2018/19 82 Prozent der Ein-Personen-Unternehmer*innen hauptberuflich als EPU tätig und nur 18 Prozent hybrid, also nebenberuflich. 62 Prozent üben diese Tätigkeit auch nach eigenen Angaben vollberuflich aus.

 

Zahlt sich Gründen für Frauen überhaupt aus oder ist es eine Fahrkarte in die Altersarmut?

 

Grundsätzlich sei allen potenziellen Gründerinnen gesagt: Mit dem richtigen Geschäftsmodell und viel Engagement kann man von einem Ein-Personen-Unternehmen gut leben, egal für welche Branche man sich entscheidet.

Frauen gründen zwar immer noch bevorzugt in traditionellen Bereichen, wie z.B. in Gesundheitsberufen, im Handel oder bei Beratungsdienstleistungen. Dennoch kann man auch hier erfolgreich sein und finanziell unabhängig leben.

 

Warum Frauen sich mehr zutrauen sollten.

 

An den oben dargestellten Zahlen sieht man, dass zwischen den selbständigen Frauen und dem finanziell guten Leben etwas steht – und zwar ist es das fehlende Commitment zum wirtschaftliche Erfolg.

Man könnte meinen, dass es Frauen in den 2020er-Jahren noch immer nicht schicklich ist, an Finanzen interessiert zu sein. Fortschrittliche Medien propagieren das Frauenbild einer Powerfrau und Alleskönnerin, dennoch scheint dies nicht mit einem finanziellen Erfolg verbunden zu sein.

Gelebte Familienmodelle in Österreich sind noch immer traditionell. Das heißt, wenn es nicht anders vereinbart wurde, kümmern sich in heterosexuellen Partnerschaften die männlichen Lebenspartner fast ausschließlich um die Erwerbsarbeit während die Frau mehrere Aufgaben gleichzeitig jongliert: Arbeit, Familie, Haushalt und Freizeit.

Für Gründerinnen, die ihre Ideen verwirklichen wollen, aber auch noch immer die Hauptlast der Familienarbeit tragen, gilt es hier eine Entscheidung zu treffen:

Will ich mich in Zukunft um meine Familie kümmern und nebenher flexibel arbeiten oder will ich meine beruflichen Ideen verfolgen und die Reproduktionsarbeiten zusammen mit den anderen Mitgliedern der Familie managen?

Viele Frauen scheuen sich, diese Entscheidung zu treffen und verharren in einem Alltag, in der alles gleichberechtigt zu geschehen hat. Im Klartext heißt das, sie managen ihren Beruf um die Kinder und den Haushalt herum.

Für ein Unternehmen bedeutet das aber auch, dass keine kontinuierliche Geschäftsentwicklung passieren kann, weil andere Lebensziele damit in Konkurrenz treten und letztendlich zu wenig Zeit vorhanden ist. Das Unternehmen bleibt zwangsläufig eine Nebenbeschäftigung. Das unternehmerische Leben passiert in Schüben und ist zu unstet, um sich auf dem Markt gut zu positionieren. Das Resultat ist wenig Umsatz, wenig Einkommen, damit eine schlechte Absicherung in Krisenzeiten und Abhängigkeiten.

 

Wie lautet die Lösung?

 

Potenziellen Gründerinnen ist anzuraten, ihre Geschäftsidee im Vorfeld genau zu überprüfen: Und zwar nicht nur – wie es üblich ist – ob es eine kaufbereite Zielgruppe dafür gibt, sondern auch, ob die Geschäftsidee auch finanziell bestehen kann. Denn nur, weil man Kund*innen dafür interessieren kann, heißt es noch nicht, dass man davon mittelfristig auch gut leben kann.

Am besten wäre es, wenn Gründerinnen ihre Geschäftsidee mit einem/r erfahrenen Berater*in, die/der ehrliches Feedback gibt, durchspielt. Dies sind nur einige der Fragen, die es zu beantworten gilt.

Finde ich genügend Kund*innen, die mir für meine Idee soviel zahlen können, dass ich davon leben kann?
Wie und wo finde ich diese Kund*innen?
Wie sieht meine geschäftliche Strategie aus?
Wie viel Zeit und Geld muss ich dafür investieren?

Denn nichts ist schlimmer, ohne Planung loszulegen und nach Jahren der Mühe und vielen Investitionen zu erkennen, dass man keine Chance auf wirtschaftlichen Erfolg hat.

Falls Sie überlegen, ein eigenes Unternehmen zu gründen, geben Sie sich einen Ruck und nehmen Sie Kontakt zu mir auf!
Gemeinsam können wir einen Plan entwerfen, wie Sie aus Ihrer Geschäftsidee ein kleines florierendes Unternehmen machen können!

 

Gründungsberatung für mutige Frauen

 

Weiterführende Links:

EPU: Zahlen, Daten, Fakten, 12/2019

Buchtipp: Verena Florian, Mut zum Rollentausch, Falter Verlag

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Warum treffen Krisen manche härter als andere?

Lesezeit: 5 Minuten

Psychische Widerstandskraft

Oder: Wie kann ich meine psychische Widerstandskraft stärken?

Wie begegnen wir Krisen? Manche Menschen verschwinden von der Bildfläche, leiden still vor sich hin, zweifeln an sich und der Welt, betäuben sich mit Alkohol und Binge Watching. Anderen verpasst das Leben eine Ohrfeige nach der anderen, dennoch straucheln sie nicht und schauen trotz aller Widrigkeiten optimistisch in die Zukunft. Warum ist das so?

 

Psychische Widerstandskraft oder Resilienz

Wir Menschen sind zäher als wir es uns selbst zutrauen. Wir haben gelernt, mit Rückschlägen, Krisen und Schicksalsschlägen zu leben. Das Ende von Beziehungen, Krankheiten, Jobverlust oder gar der Verlust von geliebten Menschen gehört zu unserem Alltag. Bei genauer Betrachtung sieht es sogar so aus, als ob die Krise nicht die Ausnahme ist, sondern der Normalfall.

Aber wir alle reagieren unterschiedlich darauf: Manche trifft es härter als andere.

Das hat mit unserer Fähigkeit zur Resilienz, der seelisch-emotionalen Widerstandskraft zu tun, die mehr oder weniger ausgeprägt, uns Krisen ohne anhaltende Beeinträchtigung überstehen lässt. Es geht darum, Krisen und Rückschläge zu meistern ohne sich unterkriegen zu lassen und die Kraft aufzubringen, weiter zu machen.

 

Resilienz ist nicht gleich das Fehlen von Verletzlichkeit

Obwohl es bei manchen Menschen so aussieht, als wären sie Stehaufmännchen und durch nichts klein zu kriegen, sollte man eine hohe Widerstandskraft aber nicht mit Unverletzlichkeit gleichsetzen. Resiliente Menschen sind keinesfalls teflonbeschichtete, emotionslose Geschöpfe. Sie erleben ihren Schmerz ebenso, dennoch verlieren sie das Vertrauen ins Leben nicht. Sie kommen nur schneller über die Krise hinweg und verharren nicht in der Depression.

 

Die nächste Krise kommt bestimmt. Wie kann ich mich besser darauf vorbereiten?

Zunächst einmal gibt es eine gute Nachricht für jene, die nicht so widerstandsfähig sind, wie sie es sich eigentlich wünschen: Es gibt Menschen, die sind von Geburt her oder aufgrund frühkindlicher Erlebnisse resilienter als andere. Aber das seelische Immunsystem kann man wie auch das körperliche stärken und trainieren.

Die deutsche Psychotherapeutin Micheline Rampe und die Sozialpädagogin Monika Gruhl haben sich ab 2005 getrennt voneinander mit den Schlüsselfaktoren für die Ausbildung von Resilienz beschäftigt. Sie sammelten sieben Säulen der Resilienz.

Wenn Sie nun Ihre psychische Widerstandskraft für die nächste Krise aufbauen möchten, ist es sinnvoll aktiv, an den Schlüsselfaktoren zu arbeiten: Als Basis und Voraussetzung für alle weiteren sechs Säulen sieht Rampe den Optimismus. Der Optimismus zählt mit der Akzeptanz und der Lösungsorientierung laut Gruhl zu den Grundhaltungen. Die übrigen vier Säulen sind Fähigkeiten, die gut trainiert werden können.

Alle sieben Schlüsselfaktoren bauen aufeinander auf. Sie können also nacheinander bearbeitet werden. Die Stärkung eines Faktors bewirkt auch die Stärkung der anderen.

 

Optimismus (Grundhaltung)

Optimistische Menschen sind fest davon überzeugt, dass jede Krise überwunden werden kann. Sie glauben, dass letztendlich alles gut wird und blicken deshalb positiv in die Zukunft.

Akzeptanz (Grundhaltung)

Es gibt Situationen, die man nicht mehr ändern kann – auch wenn man es noch so sehr möchte. Resiliente Menschen akzeptieren dieses Faktum und versuchen die Situation so anzunehmen wie sie ist.

Lösungsorientierung (Grundhaltung)

Gibt es ein Problem, sind zwei Herangehensweisen möglich: Man kann einerseits mit der Situation hadern und das Problem immer und immer wieder durchspielen. Andererseits gibt es auch die Möglichkeit, das Problem zu akzeptieren, in die Zukunft zu blicken und eine Lösung zu suchen.

Opferrolle verlassen (Fähigkeit)

Betrachtet man nicht mehr das Problem, sondern wendet den Blick auf die Lösung, gewinnt man wieder an Selbstwirksamkeit. Man ist wieder aktiv und verlässt automatisch die Opferrolle.

Verantwortung übernehmen (Fähigkeit)

Mit der aktiven Suche nach Lösungen übernimmt man zunehmend wieder Verantwortung. Die Verantwortung für das eigene Tun bedeutet auch, sich nicht mehr als Opfer zu fühlen.

Beziehungen gestalten (Fähigkeit)

Durch das Gespräch mit andern und deren Unterstützung  lässt sich die eigene Krise leichter und schneller bewältigen. Dazu gehört es auch, rechtzeitig ein stabiles Netzwerk an Beziehungen aufzubauen und sich dann in der Krise nicht selbst zu isolieren.

Zukunft gestalten (Fähigkeit)

Resiliente Menschen wissen, wie sie in Zukunft leben möchten. Sie entwickeln Visionen und spezifische und erreichbare Ziele, die sie konsequent verfolgen. Damit einher geht ein Optimismus die Ziele auch erreichen zu können. Womit wir wieder am Anfang wären…

Sie sehen also, egal an welchen der Faktoren Sie arbeiten, es wirkt sich auch auf alle anderen positiv aus.

 

Übungen für Ihre psychische Widerstandskraft

Aus dem Buch von Monika Gruhl habe ich zwei Übungen für die Stärkung Ihrer Widerstandskraft herausgesucht. Die erste Übung trainiert Ihre Fähigkeit zur Akzeptanz unveränderbarer Situationen und mit der zweiten Übung können Sie an Ihrem Beziehungsnetzwerk arbeiten.

Das Gute im Schlechten

Sie kennen das Sprichwort „Krise als Chance“? So abgedroschen es ist, birgt es einen Kern Wahrheit. Denn eine Krise verändert die scheinbar unverrückbaren Konstanten im Leben. Damit eröffnet sich die Chance, Dinge, die man so nicht mehr tun oder haben möchten zu verändern.

Die Fähigkeit das Gute im Schlechten zu sehen ist die Basis für mehr Akzeptanz. Und genau diese Fähigkeit kann man üben:

Denken Sie an eine der Krisen, die Sie im Lauf Ihres Lebens bereits bewältigt haben und stellen Sie sich die Frage, was Sie dadurch gewonnen haben. Versuchen Sie mindestens drei positive Dinge zu finden, die sich aus dem negativen Ereignis ergeben haben.

Ein Beispiel:

Negatives Ereignis: Ich habe meinen neuen Job in der Probezeit verloren.

Positive Folgen: Ich habe mich bei einem Arbeitgeber gemeldet, bei dem ich mich auch beworben hatte und habe dort sofort einen Job bekommen. Das Arbeitsklima dort ist viel freundschaftlicher als im alten Job. Ich habe dort eine neue Freundin gefunden. Ich habe zehn Jahre lang für diese Firma gearbeitet.

Versuchen Sie es selbst! Es macht Spaß!

 

Bringen Sie Ihre Netzwerke ins Lot

Wir lernen im Laufe des Lebens sehr viele Menschen kennen: Manche Menschen kreuzen unsere Wege nur kurz und man verliert danach den Kontakt. Andere bleiben ein ganzes Leben eng verbunden.

Machen sie eine Bestandsaufnahme Ihrer Kontakte und Netzwerke und spüren Sie in sich hinein, welche Kontakte Freude und Wohlbefinden auslösen und welche nicht.

Gibt es Menschen in Ihrem Netzwerk, über die Sie sich freuen, die Sie anregen? Mit diesen Menschen sollten Sie Ihren Kontakt intensivieren.

Bei welchen Kontakten empfinden Sie keine positive Resonanz? Welche empfinden Sie als unangenehme Verpflichtung? So schwer es vielleicht fällt, aber diese Kontakte sollten Sie weitestgehend einschränken.

Entscheiden Sie also bewusst, mit wem Sie Ihre begrenzte Zeit verbringen möchten.

 

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Berufliche Neuorienterung in der Krise

Lesezeit: 4 Minuten

Wir befinden uns in der Woche 6 des Lockdowns in Österreich. Nicht nur, dass die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus und die einhergehende Selbstisolation durch die Krise uns und unser Umfeld verändert hat, auch beruflich schaut es plötzlich ganz anders aus: Wir arbeiten im Home-Office, alle unsere Arbeitsunterlagen stehen uns nur mehr digital zur Verfügung. Wir treffen unsere KollegInnen und GeschäftspartnerInnen nur mehr am Bildschirm. Für frühere wichtige Meetings, für die wir stundenlang gereist sind, reicht mittlerweile ein E-Mail aus. Die Arbeitstage beginnen früh und enden spät. Vielen ist die gewohnte Struktur abhanden gekommen.

Aber viele hat es viel schlimmer erwischt: Am 20. April 2020 waren in Österreich 870.000 Arbeitnehmer*innen in Kurzarbeit und Anfang April waren gar über 560.000 Menschen arbeitslos. Zudem kämpfen gerade hunderttausende Ein-Personen-Unternehmer*innen und Kleinunternehmer*innen um ihr Überleben – beruflich und persönlich.

Die Durchhalteparole „Gemeinsam schaffen wir das!“ hilft recht wenig, wenn man selbst von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen ist.

Es stellt sich die Frage:

Was tun, wenn man selbst betroffen ist?

Man muss sich die einzigartige Situation einmal vorstellen: Anfang des Jahres musste sich kaum jemand Gedanken um seinen / ihren Job machen. Die Wirtschaft klagte – wie immer – über ein abnehmendes Wachstum, aber noch war keine Krise absehbar.

Und dann, von einer Woche auf die andere und eigentlich ohne Vorwarnung, ist man ohne Job, arbeitslos. Nicht nur, dass man plötzlich vor die Tür gesetzt wurde und mit viel weniger Einkommen auskommen muss, es sind nun auch plötzlich die Tagesstruktur und die Orientierung im Leben weg. Auch der Blick in die Zukunft schaut nicht gerade rosig aus: Jobperspektive = Mangelware. Manche meinen sogar, dass es bis Ende 2021 dauern kann, bis der Arbeitsmarkt wieder auf den Stand vor der Krise kommt.

 

Trauer zulassen

Gebot Nummer eins ist einen kühlen Kopf bewahren! Blinder Aktionismus, indem Sie massenweise Bewerbungen verschicken oder blockierende Ängste vor der Zukunft bringen Sie nicht weiter. Bewahren Sie Ruhe und geben Sie sich Zeit, sich an die neue und überraschende Situation zu gewöhnen.

Auch eine Portion Wut und Trauer darf sein. Denn es ist ein Stück Ihres Lebens zu Ende gegangen, dass in dieser Form wahrscheinlich nicht mehr zurück kommen wird. Berufliche Veränderungen kündigen sich meist frühzeitig an, entweder weil man sich selbst nach einer neuen Aufgabe sehnt oder  Veränderungen beim Arbeitgeber sichtbar und spürbar werden. Man kann sich insgeheim darauf einstellen, dass „etwas“ kommen wird. Doch in dieser Situation war der Jobverlust oder die Kurzarbeit ein Schockerlebnis, das in dieser Dimension nicht vorhersehbar war.

Geben Sie sich also einige Wochen Zeit, den Schock zu verdauen. Lassen Sie Ihre Wut und Ihre Trauer zu. Versuchen Sie aber, sich nicht ganz in diese Emotionen fallen zu lassen – auch wenn die Zukunftsperspektiven trist sind. Nutzen Sie diese ersten Wochen, um zur Ruhe zu kommen und sich etwas Gutes zu tun. Erledigen Sie ohne Stress einmal jene Dinge, die Sie schon lange machen wollten.

 

Zeit nutzen

Egal, ob Sie überraschend gekündigt wurden, Sie sich in Kurzarbeit befinden (und Sie nicht sicher sind, ob Ihr Arbeitsvertrag wieder aufleben wird) oder ob Sie in der Ruhe des Home-Offices zum Nachdenken gekommen sind und sich nach einer neuen Aufgabe sehnen, nutzen Sie die Zeit, die Sie durch die Krise gewonnen haben.

Setzen Sie sich in Ruhe hin und machen Sie sich einige strategische Gedanken:

  • Wie schätzen ich meine berufliche und persönliche  Situation ein?
  • Welche Optionen sehe ich?
  • Welche Chancen ergeben sich für mich durch die Krise?
  • Möchte ich mich beruflich neu orientierten?
  • Gibt es jetzt Förderungen, mit denen ich mir eine Weiterbildung finanzieren kann?
  • Kann ich in eine Arbeitsstiftung eintreten?

 

Proaktiv handeln

Im Moment ist die Wirtschaftsentwicklung und der Arbeitsmarkt  extrem unsicher und unübersichtlich. Man weiß nicht, wann sich die Lage wieder normalisieren wird und wann wieder Einstellungen erfolgen werden. Beobachten Sie daher die Entwicklungen genau und handeln Sie proaktiv, wenn Sie eine Chance sehen.

  • Haben Sie Ihren Wunscharbeitgeber identifiziert? Dann investieren Sie Zeit und bewerben sich schon jetzt!
  • Suchen Sie eine neue Aufgabe für sich? Recherchieren Sie und überlegen Sie, was Sie für die neue Aufgabe benötigen!
  • Möchten Sie sich selbständig machen? Arbeiten Sie jetzt an Ihrer Geschäftsidee und an Ihrem Geschäftsmodell!

 

 

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Was tun gegen Chaos im Home-Office?

Lesezeit: 3 Minuten

Und plötzlich ist es passiert: Anstatt mit den Kolleg*innen im modernen Großraumbüro sitzt man nun in Jogginghose mit dem Notebook am Küchentisch und versucht zu arbeiten. Es ist laut und die Wohnung ist ein Chaos. Anstatt zu lernen toben die Kleineren lautstark durch die Wohnung. Der Größere schmollt, weil er seine neue Freundin nicht sehen darf. Dem Göttergatten ist in der Kurzarbeit langweilig und er denkt laut über das Mittagessen nach. Wie soll man nur arbeiten in diesem Chaos?

 

Chaos als neue Struktur

Seit mehr als einem Monat arbeiten viele Angestellte wegen der Corona-Pandemie im Home-Office. Viele haben sich an das neue Arbeiten gewöhnt, doch bei den meisten ist das Chaos zur neuen Struktur geworden. Man hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass immer dann, wenn eine Videokonferenz ansteht Streit beim Nachwuchs entbrennt und man den Arbeitsplatz mit Legosteinen oder der Katze teilen muss.

 

Doch wie kann man das alles unter einen Hut bringen?

… die Kinder, die zu Hause lernen sollen, sich überfordert fühlen und zudem nicht ins Freie zu ihren FreundInnen dürfen?

… die eigene Arbeit, die nur deshalb, weil man gemütlich zu Hause sitzt, nicht weniger oder leichter geworden ist?

… den Partner / die Partnerin, die auch im Home-Office arbeiten soll, aber eigentlich keinen Platz hat?

… oder den Partner / die Partnerin, die gerade den Job verloren hat und frustriert auf der Couch sitzt und sich dem Serienmarathon hingibt?

 

Ich habe fünf Tipps zusammengestellt, wie man dem Home-Office Struktur geben und das Chaos eindämmen kann:

 

1. Geben Sie Ihrem Home-Office eine räumliche Struktur.

Gestalten Sie in der Wohnung einen eigenen Arbeitsplatz, an dem Sie möglichst ungestört sind und genügend Platz für Ihr Notebook und Ihre Unterlagen haben. Das kann natürlich nicht immer ein eigener Raum sein, eine Ecke im Wohn- oder Schlafzimmer reicht auch aus. Vermeiden Sie es auf jeden Fall auf der Couch oder im Bett zu arbeiten.

Wenn Sie nun an Ihrem Arbeitsplatz sitzen, ist das Signal für alle anderen Familienmitglieder, dass Sie arbeiten und nicht gestört werden dürfen.

 

2. Geben Sie dem Home-Office eine zeitliche Struktur.

Arbeiten Sie nicht rund um die Uhr, sondern halten Sie sich an eine fixe Tagesstruktur: Starten Sie den Tag zu einem bestimmten Zeitpunkt am Morgen, machen Sie regelmäßig Pausen und beginnen Sie pünktlich Ihren Feierabend. Die Nähe zum Arbeitsplatz verleitet nämlich dazu, dass man auch schnell einmal spätabends oder am Wochenende das Notebook aufklappt und E-Mails beantwortet. Auf Dauer tun Sie sich damit aber nichts Gutes, da sie Ihre eigenen Erholungszeit damit beschneiden. Nutzen Sie die täglichen Lernzeiten der Kinder um in dieser Zeit jene Arbeiten zu erledigen, die Ruhe benötigen. An die täglich gleichen Beginn- und Endzeiten des Arbeitstages gewöhnen sich auch die anderen Familienmitglieder nach einer gewissen Zeit.

 

3. Ablenkungen vermeiden

Gerade das Home-Office hält besonders viele Verlockungen bereit, die von der Arbeit abzuhalten: Noch schnell den Geschirrspüler ausräumen, das herumliegende Spielzeug wegräumen oder die Netflix-Serie von gestern Abend weiterschauen.

Versuchen Sie statt dessen konzentriert Arbeitsblöcke abzuarbeiten. In den Pausen können Sie sich immer noch um das Geschirr oder die Wäsche kümmern. Vergessen Sie dabei aber nicht, nach der Produktivpause wieder zurück zur Arbeit zu gehen.

 

4. Halten Sie Kontakt

Auch wenn es im Alltag nicht auffällt, im Büro tauschen Sie  sich mit Ihren KollegInnen permanent aus. Der unkomplizierte und schnelle Austausch zwischen Tür und Angel fällt im Home-Office komplett weg, da man dazu immer zum Telefon, Mail oder Zoom greifen muss. So kann es passieren, dass man vor sich hin arbeitet und sich zu wenig abstimmt.

Verabreden Sie sich mit Ihren TeamkollegInnen täglich oder jeden zweiten Tag zu einem Videotermin. Das fördert die Zusammenarbeit und hebt die Stimmung im Home-Office.

 

5. Kleiden Sie sich bequem, aber bürotauglich

Sie müssen nicht im Anzug oder Kostüm im Home-Office sitzen, aber kleiden Sie sich so, dass Sie jederzeit per Video angerufen werden können. In Arbeitskleidung fühlt man sich anders und hat auch ein anderes Auftreten. Wenn Sie in den Feierabend gehen, können Sie wieder in die gemütliche Jogginghose wechseln.

 

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Stressfrei und produktiv im Home Office

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Stressfrei und produktiv im Home Office

Lesezeit: 6 Minuten

Ich habe vor kurzer Zeit einen Vortrag über die Vor- und Nachteile des Arbeitens im Home Office vor Selbständigen und Angestellten gehalten. Sinnvollerweise habe ich ihn gleich zu einem Artikel verarbeitet: Das Home Office wird in letzter Zeit als sehr produktive und flexible Abwechslung zum Arbeiten im Büro oder Coworking immer beliebter. Selbständige wie ich nutzen den bereits vorhandenen und nicht gebrauchten Wohnraum um Kosten zu sparen und Angestellte nutzen die Ungestörtheit der eigenen vier Wände um produktiver zu sein oder die Kinderbetreuung besser managen zu können.

Doch das Home Office kann Fluch und Segen zugleich sein, wie die International Labour Organisation der UN (ILO) vor einem Jahr diagnostizierte: Die Arbeit von zu Hause führt oft zu mehr Arbeitsbelastung, längeren Arbeitszeiten und einem Verschwimmen von Arbeit und freier Zeit. Als positive Effekte listet die ILO weniger Fahrtzeiten von und zum Arbeitsplatz, mehr Autonomie die eigene Arbeitszeit einteilen zu können, bessere Work-Life-Balance und eine höhere Produktivität auf.

Mittlerweile nutzen 17 Prozent der Angestellten in der EU die Möglichkeit zum Home Office. Bei den Selbständigen ist die Zahl hingegen ungleich höher, da niemand für einen gut ausgestatteten Arbeitsplatz sorgt außer der / die Selbständige selbst. Jene Länder mit den höchsten Raten an flexiblen Arbeitsplätzen sind Dänemark, Schweden und die Niederlande. Österreich befindet sich im Mittelfeld und Deutschland im hinteren Drittel.

Doch schauen wir uns die Vor- und Nachteile des Home Offices einmal genauer an:

Vorteile des Home Office

  1. Familienfreundlich: Das Home Office ist beliebt, da an diesen Tagen die Kinderbetreuung nach der Schule nicht extra organisiert werden muss und man sich die Zeit mit den Kindern flexibel einteilen kann.
  2. Flexibel: Working 9 to 5 ade! Früh mit der Arbeit beginnen und dafür am Nachmittag einen Spaziergang in der Sonne unternehmen? Dafür am Abend noch eine schnelle Stunde am Computer einschieben? So viel Lebensqualität geht im Home Office!
  3. Kostengünstig: Gerade Selbständige können oder wollen sich kein eigenes Büro oder einen Schreibtisch im Coworking leisten. Daher wird von vielen der ungenutzte Wohnraum zum Büro umfunktioniert und nur für Meetings mit Kund*innen zusätzlicher Raum angemietet.
  4. Zeitsparend: Das Home Office liegt meistens nicht mehr als 15 Meter von der Küche entfernt. Für die Wegstrecke zum Büro muss man meistens mindestens eine halbe Stunde einrechnen. Dadurch gewinnt man Freizeit.
  5. Produktiv: Für alle Beteiligten – Arbeitgeber*innen, Arbeitnehmer*innen und Selbständige – ist die verbesserte Produktivität das schlagende Argument. Durch die Ungestörtheit und das gute Arbeitsklima steigert sich die Produktivität enorm.
  6. Konzentriert: Im Home Office stört nichts und niemand: kein surrender Drucker, kein ewig klingelndes Telefon und auch nicht der laut sprechende Kollege. Viele ziehen sich daher gerne für konzeptives Arbeiten in die Ruhe der eigenen vier Wände zurück.
  7. Angenehm: Zu Hause fühlt man sich meistens am wohlsten und  – Hand auf’s Herz – wer wirft sich schon für’s Home Office ins Kostüm oder in den Anzug? Mit der Lieblingstasse und der ausgebeulte Jogginghose auf der Couch sitzend zu arbeiten sind attraktive Anreize für die Arbeit von zu Hause.

Nachteile des Home Office

  1. Überfordernd / stressig: Gerade die positiven Seiten des Home Office wie verbesserte Produktivität und Flexibilität kehren sich oft ins Gegenteil um: Die Arbeitstage beginnen früher und enden später. Durch den Wegfall der Störungen während der Arbeit, kommt es kaum zu Unterbrechungen zum Durchschnaufen. Pausenzeiten werden nicht eingehalten. Dadurch entstehen bei häufigem Home Office Überforderung und Stress.
  2. Prokrastination: Die eigene Wohnung bietet eine Vielzahl an Ablenkungen: Der Geschirrspüler sollte ausgeräumt, die Wäsche aufgehängt werden. Und natürlich ist da auch noch Netflix. Bei mangelnder Disziplin kann es leicht zu „Aufschieberitis“ kommen und ein Tag im Home Office muss irgendwann später eingebracht werden. Prokrastination ist sicher die größter Gefahr beim Arbeiten zu Hause.
  3. „Überstunden“: Durch den Wegfall der Fahrtzeiten und der Störungen kommt es bei der Arbeit zu Hause zu einer höheren täglichen Netto-Arbeitszeit als im Büro. Bei Selbständigen mag das gut für das Geschäft sein, Arbeitgeber*innen fürchten sich aber vor dem unkontrollierbaren Anwachsen an Überstunden.
  4. Abgrenzung beruflich – privat: Der Arbeitstag im Home Office hat keine „natürlichen“ Grenzen, er verläuft zumeist sehr flexibel. Die Arbeit wird durch reproduktive Tätigkeiten (Hausarbeit, Betreuungszeiten) und Freizeit durchbrochen. Es verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Es entsteht das Gefühl, immer zu arbeiten oder gar nichts weitergebracht zu haben.
  5. Fehlende soziale Interaktion: So lästig nervende Arbeitskolleg*innen auch sein können, so einsam kann es im Home Office auch werden. Gerade Selbständige können ein Lied davon singen, wenn sie oft tagelang das Haus nicht verlassen und nur vor dem Computer sitzen.

Die Lösung: die 3 P’s

Planen und Grenzen setzen

So unattraktiv diese Maßnahme ist, so effektiv ist sie: Eine gute Wochenplanung hilft sowohl gegen Überforderung als auch gegen Prokrastination.

Nehmen Sie Ihren Kalender zur Hand oder laden Sie sich zum Beispiel meinen geprüften Wochenplaner herunter.

Überlegen Sie sich: Was alles steht in dieser Woche an? Danach tragen Sie sich alle Termine ein, und ich meine wirklich alle: Vergessen Sie auch nicht auf den Kindergeburtsag, für den Sie einen Kuchen backen müssen, den Besuch bei den Eltern oder Ihr Fitnesstraining.

Markieren Sie sich Ihre Arbeitszeit im Home Office im Kalender und kontrollieren Sie die geplanten Pausen und Beginn- und Endzeiten der Arbeit. Gegebenenfalls kommunizieren Sie Ihre Arbeitszeiten auch an Ihre Familie und an Freund*innen, denn Home Office wird von vielen Menschen oft als Zeit, in der man „eh nicht arbeiten muss“ gleichgesetzt.

Pausen einhalten

Halten Sie die von Ihnen geplanten Pausen auch ein und schaffen Sie die Rahmenbedingungen für Entspannung. Das bedeutet NICHT, dass Sie schnell einen Kaffee und ein Sandwich vor dem Computer verzehren. Wechseln Sie die Umgebung und legen Sie Ihr Mobiltelefon weg. Überlegen Sie sich doch, einen kurzen Spaziergang zu unternehmen! Das steigert die Kreativität und die Konzentration.

Wann starten Sie in Ihren Arbeitstag und noch wichtiger, wann beenden Sie ihn? Seien Sie konsequent, wenn Sie den Arbeitstag beendet haben und beginnen Sie nicht wieder zu arbeiten, wenn spätabends ein wichtiges E-Mail kommt. Auch wenn das Büro nur wenige Meter vom Wohnzimmer entfernt liegt, sollten Sie standhaft bleiben.

 

Produktivitätstechniken gegen Prokrastination

Eat the Frog oder auf gut steirisch: friß die Krot‘: Kennen Sie das auch? Sie müssen einen wichtigen und / oder unangenehmen Anruf erledigen und schieben ihn über Stunden hinweg auf und werden immer nervöser. „Eat the Frog“ bedeutet, das Unangenehme oder Wichtige gleich zu Beginn der Arbeitszeit zu erledigen. Damit können Sie sich danach entspannt den anderen Aufgaben widmen.

Planen Sie Ihren Tag, indem Sie sich nicht zu viel vornehmen und diese Aufgaben auch priorisieren. Die „Ivy Lee-Methode“ unterstützt Sie dabei, in dem Sie sich pro Arbeitstag nur sechs Aufgaben vornehmen. Sie beginnen mit der dringendsten Aufgabe und arbeiten diese ab bevor Sie mit der nächsten beginnen. Wie die „Ivy Lee-Methode“ genau funktioniert, lesen Sie hier: Zeitmanagement für Minimalisten.

Arbeitsspeicher entleeren: Während der Arbeit kommen oft Ideen oder entstehen neue Aufgaben. Um die Konzentration nicht zu stören und das Gehirn zu entlasten, sollten Sie immer einen Notizblock bei sich liegen haben, auf dem Sie diese Gedanken notieren.

 

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