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Warum treffen Krisen manche härter als andere?

Lesezeit: 5 Minuten

Psychische Widerstandskraft

Oder: Wie kann ich meine psychische Widerstandskraft stärken?

Wie begegnen wir Krisen? Manche Menschen verschwinden von der Bildfläche, leiden still vor sich hin, zweifeln an sich und der Welt, betäuben sich mit Alkohol und Binge Watching. Anderen verpasst das Leben eine Ohrfeige nach der anderen, dennoch straucheln sie nicht und schauen trotz aller Widrigkeiten optimistisch in die Zukunft. Warum ist das so?

 

Psychische Widerstandskraft oder Resilienz

Wir Menschen sind zäher als wir es uns selbst zutrauen. Wir haben gelernt, mit Rückschlägen, Krisen und Schicksalsschlägen zu leben. Das Ende von Beziehungen, Krankheiten, Jobverlust oder gar der Verlust von geliebten Menschen gehört zu unserem Alltag. Bei genauer Betrachtung sieht es sogar so aus, als ob die Krise nicht die Ausnahme ist, sondern der Normalfall.

Aber wir alle reagieren unterschiedlich darauf: Manche trifft es härter als andere.

Das hat mit unserer Fähigkeit zur Resilienz, der seelisch-emotionalen Widerstandskraft zu tun, die mehr oder weniger ausgeprägt, uns Krisen ohne anhaltende Beeinträchtigung überstehen lässt. Es geht darum, Krisen und Rückschläge zu meistern ohne sich unterkriegen zu lassen und die Kraft aufzubringen, weiter zu machen.

 

Resilienz ist nicht gleich das Fehlen von Verletzlichkeit

Obwohl es bei manchen Menschen so aussieht, als wären sie Stehaufmännchen und durch nichts klein zu kriegen, sollte man eine hohe Widerstandskraft aber nicht mit Unverletzlichkeit gleichsetzen. Resiliente Menschen sind keinesfalls teflonbeschichtete, emotionslose Geschöpfe. Sie erleben ihren Schmerz ebenso, dennoch verlieren sie das Vertrauen ins Leben nicht. Sie kommen nur schneller über die Krise hinweg und verharren nicht in der Depression.

 

Die nächste Krise kommt bestimmt. Wie kann ich mich besser darauf vorbereiten?

Zunächst einmal gibt es eine gute Nachricht für jene, die nicht so widerstandsfähig sind, wie sie es sich eigentlich wünschen: Es gibt Menschen, die sind von Geburt her oder aufgrund frühkindlicher Erlebnisse resilienter als andere. Aber das seelische Immunsystem kann man wie auch das körperliche stärken und trainieren.

Die deutsche Psychotherapeutin Micheline Rampe und die Sozialpädagogin Monika Gruhl haben sich ab 2005 getrennt voneinander mit den Schlüsselfaktoren für die Ausbildung von Resilienz beschäftigt. Sie sammelten sieben Säulen der Resilienz.

Wenn Sie nun Ihre psychische Widerstandskraft für die nächste Krise aufbauen möchten, ist es sinnvoll aktiv, an den Schlüsselfaktoren zu arbeiten: Als Basis und Voraussetzung für alle weiteren sechs Säulen sieht Rampe den Optimismus. Der Optimismus zählt mit der Akzeptanz und der Lösungsorientierung laut Gruhl zu den Grundhaltungen. Die übrigen vier Säulen sind Fähigkeiten, die gut trainiert werden können.

Alle sieben Schlüsselfaktoren bauen aufeinander auf. Sie können also nacheinander bearbeitet werden. Die Stärkung eines Faktors bewirkt auch die Stärkung der anderen.

 

Optimismus (Grundhaltung)

Optimistische Menschen sind fest davon überzeugt, dass jede Krise überwunden werden kann. Sie glauben, dass letztendlich alles gut wird und blicken deshalb positiv in die Zukunft.

Akzeptanz (Grundhaltung)

Es gibt Situationen, die man nicht mehr ändern kann – auch wenn man es noch so sehr möchte. Resiliente Menschen akzeptieren dieses Faktum und versuchen die Situation so anzunehmen wie sie ist.

Lösungsorientierung (Grundhaltung)

Gibt es ein Problem, sind zwei Herangehensweisen möglich: Man kann einerseits mit der Situation hadern und das Problem immer und immer wieder durchspielen. Andererseits gibt es auch die Möglichkeit, das Problem zu akzeptieren, in die Zukunft zu blicken und eine Lösung zu suchen.

Opferrolle verlassen (Fähigkeit)

Betrachtet man nicht mehr das Problem, sondern wendet den Blick auf die Lösung, gewinnt man wieder an Selbstwirksamkeit. Man ist wieder aktiv und verlässt automatisch die Opferrolle.

Verantwortung übernehmen (Fähigkeit)

Mit der aktiven Suche nach Lösungen übernimmt man zunehmend wieder Verantwortung. Die Verantwortung für das eigene Tun bedeutet auch, sich nicht mehr als Opfer zu fühlen.

Beziehungen gestalten (Fähigkeit)

Durch das Gespräch mit andern und deren Unterstützung  lässt sich die eigene Krise leichter und schneller bewältigen. Dazu gehört es auch, rechtzeitig ein stabiles Netzwerk an Beziehungen aufzubauen und sich dann in der Krise nicht selbst zu isolieren.

Zukunft gestalten (Fähigkeit)

Resiliente Menschen wissen, wie sie in Zukunft leben möchten. Sie entwickeln Visionen und spezifische und erreichbare Ziele, die sie konsequent verfolgen. Damit einher geht ein Optimismus die Ziele auch erreichen zu können. Womit wir wieder am Anfang wären…

Sie sehen also, egal an welchen der Faktoren Sie arbeiten, es wirkt sich auch auf alle anderen positiv aus.

 

Übungen für Ihre psychische Widerstandskraft

Aus dem Buch von Monika Gruhl habe ich zwei Übungen für die Stärkung Ihrer Widerstandskraft herausgesucht. Die erste Übung trainiert Ihre Fähigkeit zur Akzeptanz unveränderbarer Situationen und mit der zweiten Übung können Sie an Ihrem Beziehungsnetzwerk arbeiten.

Das Gute im Schlechten

Sie kennen das Sprichwort „Krise als Chance“? So abgedroschen es ist, birgt es einen Kern Wahrheit. Denn eine Krise verändert die scheinbar unverrückbaren Konstanten im Leben. Damit eröffnet sich die Chance, Dinge, die man so nicht mehr tun oder haben möchten zu verändern.

Die Fähigkeit das Gute im Schlechten zu sehen ist die Basis für mehr Akzeptanz. Und genau diese Fähigkeit kann man üben:

Denken Sie an eine der Krisen, die Sie im Lauf Ihres Lebens bereits bewältigt haben und stellen Sie sich die Frage, was Sie dadurch gewonnen haben. Versuchen Sie mindestens drei positive Dinge zu finden, die sich aus dem negativen Ereignis ergeben haben.

Ein Beispiel:

Negatives Ereignis: Ich habe meinen neuen Job in der Probezeit verloren.

Positive Folgen: Ich habe mich bei einem Arbeitgeber gemeldet, bei dem ich mich auch beworben hatte und habe dort sofort einen Job bekommen. Das Arbeitsklima dort ist viel freundschaftlicher als im alten Job. Ich habe dort eine neue Freundin gefunden. Ich habe zehn Jahre lang für diese Firma gearbeitet.

Versuchen Sie es selbst! Es macht Spaß!

 

Bringen Sie Ihre Netzwerke ins Lot

Wir lernen im Laufe des Lebens sehr viele Menschen kennen: Manche Menschen kreuzen unsere Wege nur kurz und man verliert danach den Kontakt. Andere bleiben ein ganzes Leben eng verbunden.

Machen sie eine Bestandsaufnahme Ihrer Kontakte und Netzwerke und spüren Sie in sich hinein, welche Kontakte Freude und Wohlbefinden auslösen und welche nicht.

Gibt es Menschen in Ihrem Netzwerk, über die Sie sich freuen, die Sie anregen? Mit diesen Menschen sollten Sie Ihren Kontakt intensivieren.

Bei welchen Kontakten empfinden Sie keine positive Resonanz? Welche empfinden Sie als unangenehme Verpflichtung? So schwer es vielleicht fällt, aber diese Kontakte sollten Sie weitestgehend einschränken.

Entscheiden Sie also bewusst, mit wem Sie Ihre begrenzte Zeit verbringen möchten.

 

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Berufliche Neuorienterung in der Krise

Lesezeit: 4 Minuten

Wir befinden uns in der Woche 6 des Lockdowns in Österreich. Nicht nur, dass die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus und die einhergehende Selbstisolation durch die Krise uns und unser Umfeld verändert hat, auch beruflich schaut es plötzlich ganz anders aus: Wir arbeiten im Home-Office, alle unsere Arbeitsunterlagen stehen uns nur mehr digital zur Verfügung. Wir treffen unsere KollegInnen und GeschäftspartnerInnen nur mehr am Bildschirm. Für frühere wichtige Meetings, für die wir stundenlang gereist sind, reicht mittlerweile ein E-Mail aus. Die Arbeitstage beginnen früh und enden spät. Vielen ist die gewohnte Struktur abhanden gekommen.

Aber viele hat es viel schlimmer erwischt: Am 20. April 2020 waren in Österreich 870.000 Arbeitnehmer*innen in Kurzarbeit und Anfang April waren gar über 560.000 Menschen arbeitslos. Zudem kämpfen gerade hunderttausende Ein-Personen-Unternehmer*innen und Kleinunternehmer*innen um ihr Überleben – beruflich und persönlich.

Die Durchhalteparole „Gemeinsam schaffen wir das!“ hilft recht wenig, wenn man selbst von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen ist.

Es stellt sich die Frage:

Was tun, wenn man selbst betroffen ist?

Man muss sich die einzigartige Situation einmal vorstellen: Anfang des Jahres musste sich kaum jemand Gedanken um seinen / ihren Job machen. Die Wirtschaft klagte – wie immer – über ein abnehmendes Wachstum, aber noch war keine Krise absehbar.

Und dann, von einer Woche auf die andere und eigentlich ohne Vorwarnung, ist man ohne Job, arbeitslos. Nicht nur, dass man plötzlich vor die Tür gesetzt wurde und mit viel weniger Einkommen auskommen muss, es sind nun auch plötzlich die Tagesstruktur und die Orientierung im Leben weg. Auch der Blick in die Zukunft schaut nicht gerade rosig aus: Jobperspektive = Mangelware. Manche meinen sogar, dass es bis Ende 2021 dauern kann, bis der Arbeitsmarkt wieder auf den Stand vor der Krise kommt.

 

Trauer zulassen

Gebot Nummer eins ist einen kühlen Kopf bewahren! Blinder Aktionismus, indem Sie massenweise Bewerbungen verschicken oder blockierende Ängste vor der Zukunft bringen Sie nicht weiter. Bewahren Sie Ruhe und geben Sie sich Zeit, sich an die neue und überraschende Situation zu gewöhnen.

Auch eine Portion Wut und Trauer darf sein. Denn es ist ein Stück Ihres Lebens zu Ende gegangen, dass in dieser Form wahrscheinlich nicht mehr zurück kommen wird. Berufliche Veränderungen kündigen sich meist frühzeitig an, entweder weil man sich selbst nach einer neuen Aufgabe sehnt oder  Veränderungen beim Arbeitgeber sichtbar und spürbar werden. Man kann sich insgeheim darauf einstellen, dass „etwas“ kommen wird. Doch in dieser Situation war der Jobverlust oder die Kurzarbeit ein Schockerlebnis, das in dieser Dimension nicht vorhersehbar war.

Geben Sie sich also einige Wochen Zeit, den Schock zu verdauen. Lassen Sie Ihre Wut und Ihre Trauer zu. Versuchen Sie aber, sich nicht ganz in diese Emotionen fallen zu lassen – auch wenn die Zukunftsperspektiven trist sind. Nutzen Sie diese ersten Wochen, um zur Ruhe zu kommen und sich etwas Gutes zu tun. Erledigen Sie ohne Stress einmal jene Dinge, die Sie schon lange machen wollten.

 

Zeit nutzen

Egal, ob Sie überraschend gekündigt wurden, Sie sich in Kurzarbeit befinden (und Sie nicht sicher sind, ob Ihr Arbeitsvertrag wieder aufleben wird) oder ob Sie in der Ruhe des Home-Offices zum Nachdenken gekommen sind und sich nach einer neuen Aufgabe sehnen, nutzen Sie die Zeit, die Sie durch die Krise gewonnen haben.

Setzen Sie sich in Ruhe hin und machen Sie sich einige strategische Gedanken:

  • Wie schätzen ich meine berufliche und persönliche  Situation ein?
  • Welche Optionen sehe ich?
  • Welche Chancen ergeben sich für mich durch die Krise?
  • Möchte ich mich beruflich neu orientierten?
  • Gibt es jetzt Förderungen, mit denen ich mir eine Weiterbildung finanzieren kann?
  • Kann ich in eine Arbeitsstiftung eintreten?

 

Proaktiv handeln

Im Moment ist die Wirtschaftsentwicklung und der Arbeitsmarkt  extrem unsicher und unübersichtlich. Man weiß nicht, wann sich die Lage wieder normalisieren wird und wann wieder Einstellungen erfolgen werden. Beobachten Sie daher die Entwicklungen genau und handeln Sie proaktiv, wenn Sie eine Chance sehen.

  • Haben Sie Ihren Wunscharbeitgeber identifiziert? Dann investieren Sie Zeit und bewerben sich schon jetzt!
  • Suchen Sie eine neue Aufgabe für sich? Recherchieren Sie und überlegen Sie, was Sie für die neue Aufgabe benötigen!
  • Möchten Sie sich selbständig machen? Arbeiten Sie jetzt an Ihrer Geschäftsidee und an Ihrem Geschäftsmodell!

 

 

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Warum Veränderungen so schwierig sind

Lesezeit: 5 Minuten

Veränderungen meistern ist schwierig. Punkt. Auch wenn dutzenden Bücher der Ratgeber-Literatur uns anderes weismachen wollen. 

Von einer Minute auf die andere Minute mit dem Rauchen aufhören? In 12 Monaten von der Fettleibigkeit zum Fitness-Modell? Gibt es das? Eigentlich nicht. Nur in den wenigsten Fällen gelingen solche extreme Veränderung in kürzester Zeit.

Warum es so schwer ist, Dinge, die uns wissentlich nicht gut tun, anzugehen und zu verändern, erkläre ich Ihnen in den nächsten Absätzen. Ich gebe Ihnen aber auch Ansätze, wie Sie das vermeintlich Unmögliche dennoch schaffen können.

Unser Handlungsmuster sind tief in unserem Unterbewusstsein abgespeichert. Sie dienen dazu, unserem Organismus das Leben zu erleichtern und unserem Gehirn Arbeit abzunehmen: Je weniger unser Gehirn damit beschäftigt ist, den Ablauf von Routinen zu steuern, desto weniger Energie und Kapazität muss es aufwenden. Damit sind mehr Kapazitäten für neue, unbekannte oder entscheidungsintensive Situationen frei.

Und das ist gut so: Wir hätten uns nicht so weit als Spezies entwickeln können, wenn unser Gehirn nicht ständig versuchen würde, regelmäßige Handlungsabläufe einzubahnen und als Routinen abzuspeichern. Was wäre mit uns geschehen, wenn wir unsere gesamten Gehirnkapazitäten für Gehen, Essen und Trinken verbrauchen würden? Ich würde jetzt sicher nicht an einem Hightech-Notebook sitzen und einen Artikel zur Veröffentlichung im Internet verfassen.


Hindernis für Veränderungen = Gewohnheiten


Die gute Nachricht: Gewohnheiten sind nichts Böses.

Gewohnheiten geben uns auch Sicherheit: Der Morgenlauf gibt uns genauso ein Gefühl der Sicherheit und des Wohlbefindens wie ein Zug aus der Zigarette nach dem Mittagessen. Das Gehirn weiß, dass alles nach den gewohnten Routinen abläuft und signalisiert uns, dass alles in Ordnung ist. Nach Jahren des Laufens am Morgen und der Zigarette nach dem Essen erwarten die Rezeptoren im Gehirn, dass die Vollzugsmeldung einlangt. Tut sie es, dann ist alles bestens!

Das Dumme an der Sache ist nur, dass unser Gehirn bei guten wie bei schlechten Gewohnheiten gleichermaßen mit einem Häkchen reagiert, wenn die Routine abgelaufen ist.

Oft fragen wir uns, warum eine Person so lange in einem miserablen Job oder einer schlechten Beziehung festhängt und sich nicht befreien kann: Der Ablauf im Gehirn ist der Grund. Auch Handlungsabläufe, die uns schaden, werden mit der oftmaligen Wiederholung zu einer Routine umfunktioniert und unser Gehirn signalisiert uns trotzdem: Alles in Ordnung!

Unser Gehirn erwartet sogar das Leid und den Kummer, sofern sie zur Routine geworden sind. Erst wenn der Grund für eine Veränderung so groß geworden ist, kann eine Veränderung beginnen.

Die schlechte Nachricht: Gewohnheiten können nicht leicht verändert werden.

Die Routinen sind sehr tief in unserem Unterbewusstsein abgespeichert. An diese Stellen zu kommen ist schwer. Altes, überholtes Wissen kann sehr leicht durch neues, aktuelles Wissen ausgetauscht werden. Wenn wir aber an unsere Gewohnheiten, sieht das anders aus. Gewohnheiten werden durch eine Vielzahl an Wiederholungen gebildet und können nicht durch einige wenige Versuche verändert werden.

Dazu kommt, dass bei vollzogenen Routinen der Körper mit einem Gefühl der Sicherheit und des Wohlbefindens reagiert. Werden die Routinen verändert, entsteht zuerst Verwirrung: Es fühlt sich erst einmal gar nicht gut an. Und der Drang, sich zurück auf die Couch zu legen oder nur noch eine letzte Zigarette anzuzünden ist groß. Denn mit den alten Handlungsmustern stellt sich das gewohnte Gefühl der Sicherheit wieder ein.

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Drei Booster für Ihre Veränderung

Der stärkste Grund für eine Veränderung ist sicher eine starke Veränderungsmotivation aufzubauen. Wenn der Arzt sagt, Sie sollen mit dem Rauchen aufhören, denn die ersten gesundheitlichen Schäden sind bereits zu sehen; wenn der Job einen nachts nicht mehr zur Ruhe kommen lässt und sich eine Belastungsstörung ankündigt, dann werden die meisten von uns in die Gänge kommen.

Natürlich kann die Veränderungsmotivation auch positiv sein: Wenn ich mit dem Rauchen aufhöre, habe ich genügend Geld, um schön in Urlaub zu fahren. Dennoch sind die negativen Beweggründe meisten die stärkeren und motivierenden.

Oben habe ich Ihnen beschrieben, was in Ihrem Gehirn abläuft, wenn Sie Ihre Verhaltensmuster bedienen. Ein erster Schritt sich von diesen Mustern zu befreien, ist sich klar zu werden, welche Abwehrstrategien in Ihnen ablaufen.

Welche Gedanken sind es, die Sie abhalten Ihr gewünschtes Verhalten zu zeigen?
Was läuft in Ihnen ab, bevor sich das Muster zeigt? Was sind die Auslöser?

Fragen Sie sich weiters:
Was könnte passieren, wenn ich mich anders verhalte?
Was könnten andere über mich denken?
Was würde ich über mich selbst denken?

Versuchen Sie sich ein neues Mindset zu erarbeiten, indem Sie sich Ihr Leben ohne dem alten und mit dem neuen Verhalten ausmalen.

Neues Verhalten muss neurologisch neu gespurt werden. Das heißt, um aus einem einzelnen Verhalten eine Gewohnheit zu machen, muss das Verhalten so lange wiederholt werden bis das Gehirn es als Routine abspeichert. Dies erfordert Konzentration, Geduld mit sich selbst und Disziplin um aus alten Verhaltensmustern neue Gewohnheiten zu machen.

Deshalb ist die Chance gering, erfolgreich von heute auf morgen mit dem Rauchen aufzuhören oder Ihr Leben komplett zu ändern. Es ist ein langer Weg, auf dem es Rückschläge geben wird. Doch das Erfolgsrezept ist nicht aufzugeben, sich bei Rückfällen in alte Gewohnheiten nicht selbst zu verurteilen, sondern einfach weiterzumachen und Schritt um Schritt weiterzugehen.

Wenn Sie mit Ihren Fortschritten nicht zufrieden sind, holen Sie sich Unterstützung. Investieren Sie in ein Coaching oder holen Sie sich aus Ihrem Freundeskreis einen Buddy, der Ihren Fortschritt mit Ihnen überprüft und mit Ihnen realistische Ziele setzt.

 

 

Warum Neujahrsvorsätze nicht funktionieren

Lesezeit: 3 Minuten

Warum Neujahrsvorsätze nicht funktionierenIn wenigen Tagen geht wieder ein Jahr zu Ende. Ein Jahr, in dem viel gelungen ist, viel Unverhofftes passiert ist und wir hoffentlich etwas Freude erlebt haben. Einige unserer Ziele haben wir ganz sicher nicht erreicht.

Genau diese nicht erreichten Ziele fallen uns wieder ein, wenn wir an das neue Jahr denken. Zu diesem Zeitpunkt werden wir wieder ein paar Kilogramm schwerer sein. Kein Wunder nach der Völlerei zu den Feiertagen und den Wochen davor! Wir werden wieder einsehen, dass wir gesünder leben müssen. Also weniger essen! Da das alleine nicht ausreichen wird, um das Übergewicht zu verlieren (der nächste Sommer kommt bestimmt), sollten wir auch noch Sport betreiben. Am besten mehrmals die Woche. Und natürlich endlich zu rauchen aufhören und weniger Alkohol, dafür mehr Wasser trinken.

So oder so ähnlich kommen Neujahrsvorsätze zustande.

Der Beginn des neuen Lebens, äh, neuen Jahres schaut dann vielversprechend aus: Gleich mal neue Laufschuhe gekauft (die Oma hat ja zwei Hunderter zugesteckt) und eine große Runde in Angriff genommen. Am Abend dann Salat und einen grünen Smoothie. Am nächsten Tag muss dann das Lauftraining ausfallen, da der Muskelkater enorm ist. Am dritten Tag dann eine kleinere Runde. Der Salat schmeckt schon nicht mehr so gut. Das Training an den Tagen vier, fünf und sechs fällt flach. Irgendwann muss der Rückstand aus den Weihnachtsurlaub wieder aufgearbeitet werden und die Muskeln müssen sich ja regenerieren. In der darauffolgenden Woche wird noch zwei Mal trainiert. Die gesunde Kost wird wieder durch Kantinenessen und Take-away vom Italiener ausgetauscht. In Woche drei bleiben die Laufschuhe ganz im Schrank. Die kann man ja im nächsten Urlaub wieder gebrauchen…

Ist es Ihnen auch schon mal so ergangen?

Haben Sie sich in der Vergangenheit auch immer wieder gute Vorsätze für das neue Jahr vorgenommen? Und nach wenigen Wochen waren die Neujahrsvorsätze auf irgendwann verschoben? Sie sind kein Einzelfall!

Auch mir ist es schon so ergangen. Heute weiß ich auch, warum Neujahrsvorsätze nicht funktionieren:

  1. Die guten Vorsätze beziehen sich meistens auf Gewohnheiten, die wir schon lange hegen und pflegen und die sich daher nur mit einiger Anstrengung ändern lassen. Sonst wäre für eine Veränderung gar kein guter Vorsatz notwendig, sondern wir würden es einfach tun.
  2. Gleichzeitig stecken wir uns die Ziele zu hoch. Wir wollen alles und das sofort. Am 1. Jänner mit dem Rauchen aufzuhören, 3 Mal die Woche Laufen zu gehen und die Ernährung umzustellen überfordert uns in jeder Hinsicht. Zu großer Ehrgeiz gepaart mit zu wenig Geduld führt zu Überforderung und Frust.

Aber es gibt auch ein paar Ansätze, wie wir uns und unseren inneren Schweinehund austricksen können:

  • Der Glaube versetzt Berge. Sind Sie voll und ganz vom Vorhaben und der eigenen Willenskraft überzeugt, können Sie Ihre Neujahrsvorsätze besser einhalten.
  • Nicht an die große Glocke hängen. Es ist anzuraten, Ihre Neujahrsvorsätze nicht allen zu erzählen. Sie vermeiden dadurch zu großen Druck und Kontrolle von außen und hämisches Gelächter, falls Sie Scheitern.
  • Treffen Sie Entscheidungen! Besser ist es, keine Vorsätze aufzustellen sondern stattdessen Entscheidungen zu treffen. Sie sollten Ihre Entscheidungen dann in mehrere Einzel-Ziele umwandeln, damit diese auch realistisch umsetzbar sind.
  • Bleiben sie dran! Gewohnheiten, die sich in Jahren gefestigt haben, können sich nicht in wenigen Tagen in Luft auflösen. Seien Sie geduldig und machen Sie auch bei Rückschlägen weiter!

Vergessen sie nicht, es bedarf keines neuen Jahres um Gewohnheiten zu ändern. Sie können das zu jeder Zeit!

 

Finden Sie Ihre Vision! In fünf Schritten

Lesezeit: 4 Minuten

Ihre Vision in fünf SchrittenImmer wieder stehen wir vor wichtigen Entscheidungen im Leben. Die Arbeit befriedigt schon lange nicht mehr, aber: wohin orientieren? Eine Weiterbildung steht an, aber in welches Thema möchte man sich vertiefen? Jetzt wäre es gut zu wissen, was einen so treibt, wohin Sie wollen – mit einem Wort: was Ihre Vision ist!

(mehr …)

Vom „richtigen“ Zeitpunkt im Leben

Lesezeit: 4 Minuten

Vom richtigen ZeitpunktWir stehen tagtäglich vor neuen Entscheidungen in unserem Leben. Manche von ihnen sind leicht zu treffen, manche von ihnen kosten viel Mut und Kraft. Viele Entscheidungen schieben wir hinaus und warten auf den „richtigen“ Zeitpunkt.

Wann ist der „richtige“ Zeitpunkt da? Dann, wenn unser Konto satt im Plus ist oder wenn wir wieder in die Hose von vor 5 Jahren passen? Kennen Sie auch die innere Stimme, die sagt: „Jetzt nicht, weil …“? Die Gründe gegen das „Jetzt“ sind endlos: Es geht jetzt nicht, weil das Kind krank ist, man Stress mit dem Lebenspartner hat oder im Job so viel zu tun ist. Wir sind nicht wählerisch im Erfinden von immer neuen Gründen, warum gerade jetzt nicht der „richtige“ Zeitpunkt ist um die Veränderung zu beginnen.

Warum tun wir uns eigentlich so schwer, für uns wichtige Entscheidungen zu treffen und Veränderungen zu beginnen?

Ein kleines Beispiel: Wir stehen vor dem Kühlregal und haben einen undefinierten Gusto nach einem Joghurt. Wir wissen nicht genau, welches Joghurt es sein soll. Wir wissen nur, es soll Joghurt sein. Es gibt Joghurt mit Früchten, mit Vanille-, Schokolade- und Kaffeegeschmack, mit Süßigkeiten oder einfach nur pur. Was machen wir? Wir nähern uns an und nehmen dann eines, von dem wir wissen, dass es uns schmecken wird und es nicht ganz unseren Wünschen widerspricht.

War das schwer? Nein, sagen Sie. Aber es ist halt nur ein Joghurt. Ich kann mir morgen wieder eines kaufen.

Mit den „großen“ Entscheidungen im Leben tun wir uns um einiges schwerer. Wann ist der „richtige“ Zeitpunkt gekommen, um den Job zu kündigen, der schon lange keine Freude mehr macht? Wann ist es soweit, um eine neue Wohnung zu suchen, weil die jetzige für die ganze Familie schon längst zu klein geworden ist? Wann sich mehr bewegen und wieder gut im eigenen Körper fühlen?

Wir haben Angst vor dem Scheitern.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der nur erfolgreiche Menschen wertgeschätzt werden. Das erzählen uns zumindest Fernsehen und Zeitungen. Wir fürchten uns davor, letztendlich uns selbst und den anderen zugeben zu müssen, dass unser Plan nicht aufgegangen ist. Uns macht die Tatsache Angst, dass es nachher schlechter sein könnte als vorher; dass wir uns bemüht haben, um dann weniger zu haben als jetzt.

Aber kann es denn wirklich schlechter werden? Nein, es kann nur anders werden. Wir bewegen uns in unserem Leben weiter und lernen täglich dazu. Die Rahmenbedingungen, die es gestern gab, wird es morgen in dieser Form nicht mehr geben. Auch wenn der Plan nicht aufgegangen ist, haben wir gewonnen: neue Erfahrungen und neue Handlungsoptionen im Leben, die uns neue Perspektiven aufzeigen, die wir vorher nicht hatten. Wir sind reicher geworden.

Um auf das Beispiel des Joghurts zurückzukommen: Hat uns das gekaufte, neue Joghurt geschmeckt, werden wir es weiterhin kaufen und ähnliche Sorten ausprobieren; hat es uns nicht geschmeckt, haben wir in Erfahrung gebracht, dass wir um diese Sorte künftig einen großen Bogen machen werden.

Wir können die Zeit nicht zurückdrehen.

Sobald wir Entscheidungen treffen, verändern wir den Lauf unseres Lebens. Wir sehen das oft bei Entscheidungen, die uns ohne unsere Zustimmung von außen aufgedrängt werden. Wir verlieren unsere Arbeit oder werden vom Partner verlassen. Wir würden gerne, können die Zeit aber nicht zurückdrehen. Dennoch eröffnen sich uns trotz allem Frust und Leid Möglichkeiten, die wir vorher noch nicht hatten. Auch bei Plänen, die nicht aufgehen, stehen immer auch Alternativen bereit, um nachzujustieren und zu adaptieren.

Dinge, die uns vor einem Jahr Freude bereitet haben, haben heute nicht mehr denselben Glanz. Wir haben uns weiterentwickelt. Wenn wir heute ein Joghurt kaufen, dass uns schmeckt, werden wir morgen das Lieblingsjoghurt unserer Kindheit für immer verschmähen. Wir haben Neues erfahren und werden damit leben. Warum also dem hinterher trauern, dass nicht mehr in unser Leben passt?

Unsere Gewohnheiten geben uns Sicherheit. 

Wir haben uns in unseren Gewohnheiten gemütlich eingerichtet, auch wenn wir sie nicht mehr mögen oder sie sogar schädlich für uns sind. Gewohnheiten geben uns Sicherheit. Wir wissen, wie es sich anfühlt und was wir zu erwarten haben. Wir brauchen diese Sicherheiten im Leben: Wie würde es sich anfühlen, wenn wir jeden Tag zum ersten Mal erleben würden? Es wäre sicher spannend, aber es würde uns bald ermüden und überfordern.

Die Sicherheit der Routine hält uns aber oft zurück, Dinge in unserem Leben zu ändern, die nicht mehr aufrechtzuerhalten sind. Es bedarf einer großen Anstrengung, diese dauerhaft zu verlassen und wir werden oft genug rückfällig. Wir haben Angst davor, dass sich unser gesamtes Leben mit einer Entscheidung schlagartig komplett verändert und scheuen den ersten Schritt zu tun. Doch nur eine schrittweise Veränderung und ein Einlernen von einer neuen Routine nach der anderen bringt uns dauerhaft zum gewünschten Ergebnis. Altes und Neues muss sich vermischen dürfen, sonst ist die Sehnsucht nach dem Gewohnten so groß, dass wir aufgeben. Wie beim Wunsch nach dem Joghurt nähern wir uns an.

Den „richtigen“ Zeitpunkt gibt es also nur in uns selbst. Sobald wir uns auf äußere Faktoren verlassen, die uns den „richtigen“ Zeitpunkt anzeigen werden, werden wir ewig verharren. Wenn der Wunsch zu einer Entscheidung in uns so groß ist, dass er sich nicht mehr verdrängen lässt, ist der „richtige“ Zeitpunkt gekommen. Auch wenn die Waschmaschine schon wieder kaputt ist …