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To-do-Liste voll, Kopf leer? 11 Methoden der Arbeitsorganisation, die wirklich helfen

Lesezeit: 5 Minuten

Bild einer Frau, die zwischen allen Arbeitsmethoden auswählen muss

Montagmorgen, 9:07 Uhr. Der Kaffee ist noch heiß, der Posteingang jedoch schon explodiert. Drei Mails beginnen mit „Kurze Frage…“, das Telefon klingelt, irgendwo liegt eine To-do-Liste von letzter Woche – und im Kopf schwirrt der Gedanke:

„Ich arbeite den ganzen Tag wie verrückt – aber warum wird nichts fertig?“

Genau hier kommen Methoden der Arbeitsorganisation ins Spiel.

Nicht, weil wir „noch effizienter funktionieren“ müssen, sondern weil unser Gehirn keine Dauer-Multitasking-Maschine ist. (By the way: Multitasking verlangsamt unsere Gehirnleistung, daher ist es besser, alles nacheinander und Schritt-für-Schritt abzuarbeiten.) Struktur entlastet. Entscheidungen werden einfacher. Prioritäten klarer. Und plötzlich fühlt sich der Arbeitstag weniger wie ein Dauerlauf, sondern mehr wie ein gut geplanter Spaziergang an.

Die gute Nachricht:
Es gibt nicht die eine perfekte Methode, sondern viele unterschiedliche Zugänge.
Und: Man darf ausprobieren, kombinieren – und auch wieder verwerfen.

Hier finden Sie 11 bewährte Methoden der Arbeitsorganisation, jeweils kurz erklärt, leicht anwendbar – mit ihren Stärken und Schwächen.

Pomodoro-Technik

Sie arbeiten in 25-Minuten-Einheiten (Pomodori) mit kurzen Pausen dazwischen. Der Name pomodoro stammt von einer Küchenuhr in Form einer Tomate, die der Erfinder der Technik Francesco Cirillo bei seinen ersten Versuchen benutzte.

So können Sie starten:

  • Stellen Sie sich einen Timer auf 25 Minuten.
  • Arbeiten Sie fokussiert an einer Aufgabe.
  • Machen Sie danach 5 Minuten Pause.
  • Nach 4 Einheiten kommt eine längere Pause.

Vorteile:

  • Sehr einfach umzusetzen.
  • Fördert Fokus und verhindert Überarbeitung.
  • Gut bei Aufschieben und Konzentrationsproblemen.

Nachteile:

  • Kann bei sehr kreativen Flow-Phasen unterbrechen.
  • Nicht ideal für Tätigkeiten mit vielen Unterbrechungen.
Timeboxing

Alle Aufgaben bekommen fixe Zeitfenster im Kalender – nicht nur einen Platz auf der To-do-Liste.

So können Sie starten:

  • Schätzen Sie realistisch den Zeitaufwand.
  • Tragen Sie Aufgaben als Termine ein.
  • Halten Sie sich so gut wie möglich daran.

Vorteile:

  • Macht Zeit sichtbar.
  • Reduziert Überplanung.
  • Sehr wirksam bei vollen Arbeitstagen.

Nachteile:

  • Erfordert Übung im realistischen Schätzen.
  • Wenig flexibel bei spontanen Änderungen.
Getting Things Done (GTD)

Kurz erklärt:
Ein System, um Aufgaben aus dem Kopf in ein verlässliches Ordnungssystem zu bringen. 

Die Grundschritte:

  1. Sammeln
  2. Klären
  3. Organisieren
  4. Durchsehen
  5. Erledigen

Vorteile:

  • Entlastet mental enorm.
  • Sehr gut für viele parallele Aufgaben.
  • Schafft langfristige Klarheit.

Nachteile:

  • Etwas komplex zum Einstieg.
  • Braucht Pflege und Regelmäßigkeit.
Eat The Frog

Erledigen Sie die unangenehmste Aufgabe zuerst, oder auch: Augen zu und durch.

So können Sie starten:

  • Definieren Sie am Vortag Ihren „Frosch“.
    (Meistens wissen Sie ohnehin welcher es ist, denn Sie verschieben ihn schon seit geraumer Zeit.)
  • Beginnen Sie den Arbeitstag genau damit!

Vorteile:

  • Starker Motivationsschub.
  • Erfolgserlebnis bereits am Morgen.
  • Reduziert Prokrastination.
  • Der Rest des Tages fühlt sich leichter an.

Nachteile:

  • Nicht jeder ist morgens leistungsfähig.
  • Kann Druck erzeugen.
Zwei-Minuten-Regel

Alles, was weniger als zwei Minuten dauert, sofort erledigen.

So können Sie starten:

  • Bei jeder Aufgabe kurz prüfen: Kann ich sie unter 2 Minuten erledigen?
  • Wenn ja: gleich machen!

Vorteile:

  • Verhindert Aufgabenstau.
  • Sehr alltagstauglich.
  • Spart mentale Energie.

Nachteile:

  • Gefahr, ständig nur Kleinigkeiten zu erledigen.
  • Fokus auf Wichtiges kann leiden.
Pickle-Jar-Methode

Nehmen Sie an, dass der Arbeitstag ein Glas ist: Große Aufgaben sind Steine, kleine Aufgaben Kies, Kleinkram ist dann der Sand dazwischen.

So können Sie starten:

  • Planen Sie zuerst die großen Aufgaben (Steine).
  • Füllen Sie erst danach kleine Tätigkeiten (Kies) und den Kleinkram (Sand) ein.

Vorteile:

  • Verdeutlicht Prioritäten.
  • Sehr anschaulich.
  • Hilft bei Überlastung.

Nachteile:

  • Keine konkrete Zeitplanung.
  • Braucht Ergänzung durch andere Methoden.
1-3-5-Methode

Pro Tag planen Sie eine große, drei mittlere und fünf kleine Aufgaben.

So können Sie starten:

  • Planen Sie Ihren Tag bewusst mit genau diesen 9 Punkten.

Vorteile:

  • Realistisch und überschaubar.
  • Verhindert überlange To-do-Listen.
  • Fördert Fokus.

Nachteile:

  • Passt nicht zu sehr dynamischen Tagen.
  • Große Aufgaben müssen gut abgegrenzt sein.
Kanban-Board

Teilen Sie Ihre Aufgaben visuell durch Spalten wie „To do“ – „In Arbeit“ – „Erledigt“.

So können Sie starten:

  • Nutzen Sie ein Whiteboard, einen Zettel oder ein digitales Tool (wie z.B. Trello).
  • Begrenzen Sie parallele Aufgaben.

Vorteile:

  • Hohe Übersicht.
  • Sehr motivierend.
  • Ideal für Teams.

Nachteile:

  • Ohne Priorisierung ist das Board schnell voll.
  • Braucht Disziplin.
3-3-3-Methode

Ein Arbeitstag besteht aus:

  • 3 Stunden Deep Work: Vormittags oder zu Beginn der Arbeitszeit widmet man sich 3 Stunden lang ungestört dem wichtigsten, strategischen Projekt.
  • 3 wichtige Aufgaben: Erledigung von drei kürzeren Aufgaben, die Priorität haben, aber nicht die intensive Tiefe der ersten Aufgabe benötigen.
  • 3 Wartungsaufgaben: Am Ende des Tages werden 3 administrative Aufgaben (E-Mails, Telefonate, kurze Abstimmungen) abgehakt, die den laufenden Betrieb aufrechterhalten. 

So können Sie starten:

  • Teilen Sie den  Tag bewusst in diese drei Kategorien

Vorteile:

  • Verhindert das Aufschieben wichtiger Aufgaben durch den festen Deep-Work-Block.
  • Leicht umzusetzen, ohne komplexe Software oder starre Zeitpläne.
  • Bessere Balance zwischen strategischer Arbeit und Tagesgeschäft. 

Nachteile:

  • Nicht jeder Tag lässt sich so sauber strukturieren

Task Batching

Ähnliche Aufgaben werden gebündelt erledigt.

So können Sie starten:

  • Legen Sie fixe Zeiten für E-Mails, Telefonate etc. fest.

Vorteile:

  • Weniger Kontextwechsel.
  • Höhere Effizienz.
  • Gut für administrative Aufgaben.

Nachteile:

  • Weniger spontane Reaktion.
  • Erfordert klare Abgrenzung.
Reverse Scheduling

Sie planen Ihren Tag vom Ende her rückwärts.

So können Sie starten:

  • Definieren Sie Ihren Feierabend oder andere Fixpunkte.
  • Planen Sie alle Aufgaben davor ein.

Vorteile:

  • Schützt Pausen und Freizeit.
  • Verhindert Überstunden.
  • Sehr realitätsnah.

Nachteile:

  • Ungewohnt am Anfang.
  • Erfordert klare Prioritäten.

Arbeitsorganisation ist kein Selbstzweck.

Die beste Methode ist die, die Ihnen hilft, Ihren Tag ruhiger, klarer und machbarer zu gestalten.

Mein Tipp an Sie: Wählen Sie eine Methode und testen Sie sie eine Woche lang. Entscheiden Sie dann, ob die Methode Ihnen hilft und zu Ihnen passt.  

Weiterführende Links:

Möchten Sie Ihre To-Do-Liste reduzieren und Ihre Aufgaben besser organisieren?

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Stress vor Weihnachten: Warum der Dezember so herausfordernd ist

Lesezeit: 3 Minuten

Stress vor Weihnachten / Quelle: Canva AI

Der Dezember gehört für viele nicht zur besinnlichsten, sondern zur stressigsten Zeit im Beruf und im Privatleben. Während draußen Weihnachtsbeleuchtung für Stimmung sorgt, türmen sich in der Arbeit End-of-year-Deadlines, bis zuletzt verschobene Aufgaben und Erwartungen der Kolleg:innen. Viele erleben den Stress vor Weihnachten als besonders belastend: Die Projektliste ist lang, die Zeit knapp und zusätzlich häufen sich soziale Verpflichtungen wie Weihnachtsfeiern und Glühweintrinken am Weihnachtsmarkt.

 

Doch warum ist der letzten Monat des Jahres so herausfordernd?

Mehr Aufgaben – weniger Zeit: Zum Jahresende sollen viele Projekte abgeschlossen, alle Berichte geschrieben und Anfragen „noch schnell vor Weihnachten“ erledigt werden. Dabei ist der Dezember der kürzeste Arbeitsmonat des Jahres – endet er doch spätestens am 23. Dezember. Gleichzeitig fallen Kolleg:innen durch witterungsbedingte Infekte häufiger aus. Die Folge: Die Arbeitsbelastung steigt, während die verfügbare Zeit schrumpft.

Hoher Erwartungsdruck: Viele Teams und Organisationen haben ungeschriebene Regeln wie „Das machen wir noch heuer“. Oft steckt kein Muss dahinter, sondern Gewohnheit oder Perfektionismus. Diese kulturelle Dynamik erzeugt zusätzlichen Druck.

Zusätzliche Verpflichtungen im Dezember: Weihnachtsfeiern, Wichteln, Glühweintrinken – viele freuen sich schon das ganze Jahr auf die vorweihnachtliche Geselligkeit, für manche aber sind es nur weitere Aufgaben im ohnehin stressigen Alltag.

Wenig echte Erholung: Zwischen Arbeit, Weihnachts-Vorbereitungen und Geselligkeit bleibt kaum Zeit für Pausen. Erholung wird verschoben – bis auf die Tage nach Weihnachten – wenn die Familienbesuche vorbei sind. Zu spät – das Risiko für mentale Erschöpfung steigt.

 

Sechs Strategien, um Stress vor Weihnachten im Beruf zu reduzieren

 

1. Priorisieren und Zeitmanagement bewusst gestalten

Im Jahresendspurt gilt: Fokus vor Aktionismus. Überlegen Sie sich:

  • Was ist wirklich dringend?
  • Was hat eine klare Deadline?
  • Was kann ins neue Jahr verschoben werden?

Blocken Sie Fokuszeiten im Kalender, schalten Sie Benachrichtigungen aus und planen Sie Zeitpuffer ein, um Unvorhergesehenes aufzufangen.
Eine einfache Frage hilft: „Muss das noch heuer sein – oder will ich nur, dass es heuer erledigt wird?“

2. Den eigenen Arbeitstyp kennen

Menschen reagieren unterschiedlich auf Druck: Manche arbeiten am besten unter Zeitdruck. Andere benötigen Struktur und Planbarkeit. Wenn Sie Ihren Arbeitstyp kennen, können Sie die passende Arbeitsweise wählen – wie externe Meetings und Termine oder eine strukturierte Wochenplanung.

3. Grenzen setzen und Unterstützung annehmen

Gerade im Dezember ist es entscheidend, realistisch zu bleiben:

  • Delegieren Sie so viele Aufgaben wie geht.

  • Sprechen Sie Engpässe und Zeitdruck offen an.

  • Verzichten Sie auf freiwillige Zusatzaufgaben, wenn es zu viel wird.

  • Treffen Sie bewusste Entscheidungen zu sozialen Events.

 

4. Energiespeicher regelmäßig aufladen

Um nicht völlig erschöpft in den Weihnachtsurlaub zu starten, braucht es bewusste Regeneration:

  • Bewegung

  • frische Luft

  • Kontakte, die gut tun

  • Hobbys

  • Pausen ohne Bildschirm

Eine wichtige Regel: Eine Pause ist keine Pause, wenn sie am Handy stattfindet!

5. Frühzeitig vorsorgen

Wer im kommenden Dezember weniger Stress möchte, kann bereits jetzt Weichen stellen:

  • wiederkehrende Aufgaben früh im Jahr erledigen

  • Prozesse vereinfachen

  • Jahresplanung bereits im Dezember starten

  • Prioritäten für das neue Jahr definieren

  • im Team besprechen, wie der nächste Advent entspannter gelingen kann

Eine vorausschauende Planung ist einer der größten Hebel für weniger Stress vor Weihnachten.

6. Mit Ordnung und Klarheit in die Feiertage gehen

Mit einem strukturierten Abschluss vermeiden Sie wiederkehrende Gedanken an die Arbeit:

  • Wichtiges und Dringendes erledigen, alles andere auf eine Liste setzen (Eisenhower-Matrix),

  • diese Liste bewusst weglegen.

  • Arbeitsplatz und Mailpostfach aufräumen.

  • Offene Aufgaben und Ideen für 2025 aufschreiben.

  • Abwesenheitsnotiz einrichten und tschüss!

 

Ich wünsche Ihnen ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest sowie erholsame Feiertage!

 

Weiterführende Links:

Möchten Sie Stress in der Arbeit reduzieren?

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Fauxductivity: Wenn Arbeit zur Show wird

Lesezeit: 3 Minuten

Fauxductivity: Wenn Arbeit zur Show wird / Foto von Yan Krukau

Sie kennen sie doch auch – jene Kolleginnen und Kollegen, die egal zu welcher Tageszeit gestresst im Büro herumrennen und klagen, wie viel sie zu tun haben. Und das egal, ob es mitten im Sommer ist oder in der stressigsten Zeit den Jahres vor Weihnachten. Diese Kolleg:innen scheinen ständig beschäftigt, ohne dass deren Aufgabenliste merklich kürzer wird. Sie sitzen daneben und beobachten, und fragen sich, ob Sie selbst alles richtig machen, denn Sie sind gut ausgelastet, aber stehen nicht am Rande der Verzweiflung.

Ich habe mich selbst in den Jahren meines Angestellten-Lebens oft gefragt, warum manche Kolleg:innen immer hektisch herumlaufen und scheinbar nichts auf die Reihe bringen, während man selbst fast schon gemütlich eine nach der anderen Aufgabe abarbeitet. Ich habe es damals auf schlechte Zeiteinteilung und Aufschieberitis (Prokrastination) geschoben. Aber neuerdings hat dieses Phänomen auch einen Namen: Fauxductivity.

 

Was ist Fauxductivity?

Der Begriff setzt sich aus „faux“ (französisch für „unecht“) und „Produktivität“ zusammen. Fauxductivity beschreibt eine Arbeitsrealität, in der geschäftiges Nichtstun wichtiger erscheint als wirkungsvolle Ergebnisse. Betroffene beschäftigen sich mit To-Do-Listen, Kalenderpflege und unzähligen Meetings – am Ende fehlt jedoch der konkrete Output. Studien zeigen, dass viele Menschen subjektiv mehr arbeiten als je zuvor, trotzdem kommen sie nicht wirklich voran.

Das Phänomen ist mittlerweile weit verbreitet: Laut einer aktuellen, repräsentativen Befragung der Jobplattform Monster gaben ein Viertel der Befragten an, regelmäßig Kolleg:innen zu erleben, die scheinbar stark ausgelastet sind – jedoch wenig Substanzielles leisten. In Bezug auf Geschlecht oder Alter zeigen sich allerdings kaum Unterschiede in der Wahrnehmung von Fauxductivity. Männer wie Frauen beobachten zu jeweils 28 Prozent, dass Kolleg:innen Geschäftigkeit vortäuschen.

 

Aktivität mit Leistung verwechseln

Besonders oft tritt Fauxductivity in Organisationen auf, die Aktivität mit Leistung verwechseln. Sichtbarkeit im Unternehmen wird so zur neuen Währung – auch wenn echte Ergebnisse ausbleiben. Laut Studien verbringen Beschäftigte rund 41% ihrer Arbeitszeit mit Tätigkeiten, die keinen echten Wert schaffen, während 68% sagen, ihnen fehle die Zeit für wirklich wichtige Aufgaben.

 

So erkennen Sie Fauxductivity bei Kolleg:innen und bei sich selbst

Typische Anzeichen dafür, dass Ihre Mitmenschen nur scheinbar fleißig sind, lassen sich leicht beobachten:

  • Viele Meetings, die ins Leere laufen,
  • Perfektionismus bei unwichtigen Details,
  • ständiges Multitasking ohne Abschluss einer Aufgabe,
  • hektisches Hin- und Herlaufen oder
  • exzessives Ausprobieren neuer Tools, ohne dass dies die Arbeit wirklich voranbringt.

Wenn Sie merken, dass Sie selbst ständig beschäftigt sind, aber wenig Greifbares erledigen, lohnt sich ein ehrlicher Selbstcheck:

Fragen Sie sich:

  • Welcher Ihrer Schritte schafft tatsächlich Wert für Ihr Team oder Ihr Unternehmen?

Oft steckt hinter dem Muster keine Faulheit, sondern ungünstige Rahmenbedingungen wie Überlastung, fehlendes Feedback oder ein Zuviel an Ablenkung.

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Führungskraft. Eine klare Tagesplanung, das Setzen von Prioritäten und Abgrenzung helfen, den Fokus zurückzugewinnen.

Was können Sie konkret gegen Fauxductivity tun?

Der Schlüssel liegt im Wechsel der Perspektive:

  • Richten Sie Ihren Blick auf Ergebnisse statt auf Aufwand.
  • Planen Sie Ihren Tag so, dass Sie Zeit für konzentriertes Arbeiten und Kommunikationspausen haben, am besten sichtbar für Ihr Team.
  • Geben Sie sich bewusst Raum für Feedback und Reflexion, und fordern Sie diese Offenheit auch von Ihrer Führungskraft ein.
  • Haben Sie Mut, unwichtige Aufgaben loszulassen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
  • Wenn offene Gespräche nichts ändern und Ihr Arbeitsumfeld keine Entwicklung zulässt, darf auch ein Jobwechsel in Erwägung gezogen werden.

 

Weiterführende Links:

Haben Sie Fauxductivity bei sich erkannt?
Möchten Sie das mit besserer Zeitplanung und Prioritätensetzung verändern?

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Sie hassen Ihren Job, können es sich aber nicht leisten, zu gehen?

Lesezeit: 5 Minuten

Hassen Sie Ihren Job? - erstellt mit SoraGPT

Hassen Sie Ihren Job? „Hassen“ ist vielleicht etwas zu stark aufgetragen. Aber viele von uns kommen nach vielen Jahren im gleichen Job an ihre Grenzen: Die Aufgaben haben sich möglicherweise seit dem Beginn so verändert, dass der Job nicht mehr dem gleicht, für den Sie sich damals beworben haben. Das Arbeitsvolumen ist vielleicht kaum mehr schaffbar. Auch könnte ein Führungswechsel das gute Arbeitsklima zerstört haben oder es fehlt einfach an Karriereperspektiven. Auf der anderen Seite haben wir alle Verpflichtungen, sei es die Ausbildung unserer Kinder zu finanzieren oder auch das lang ersehnte Eigenheim abzubezahlen.

Gleichzeitig schrumpft der Arbeitsmarkt durch die andauende Wirtschaftskrise wieder. Die Arbeitslosenquote in Österreich liegt im September 2025 laut dem Arbeitsmarktservice bei 7 %. Große und innovative Firmen entlassen Personal und die Firmenpleiten häufen sich: Unternehmen wie der Textilproduzent Lenzing müssen bis zu 600 Verwaltungsstellen streichen und beim Automobilentwickler AVL in Graz werden etwa 350 Positionen abgebaut. Die Lebensmittelkette Unimarkt sperrt alle seine Filialen zu. So wird klar: Selbst wer im Job bleibt, befindet sich auf unsicherem Fundament.

Es ist bequem, den Frust im Job als „Schicksal“ abzutun — doch genau diese Haltung lähmt. Wenn wir tagtäglich unzufrieden sind, bleibt das nicht ohne Folgen: für unsere Gesundheit, unser Selbstbewusstsein und unsere Zukunft. 

Angesichts dieser Rahmenbedingungen wäre es naheliegend zu denken, man könne im Job einfach „durchhalten“, denn es würde schon irgendwann besser werden. Der Druck, abgesichert zu sein, ist real — zugleich wächst aber die Bedeutung, den eigenen Job aktiv zu gestalten. In solchen Zeiten reicht es nicht, „mit dem Frust klarzukommen“ — wir müssen die Art und Weise, wie wir mit Arbeit umgehen, grundsätzlich überdenken.

Nicht einfach hinnehmen

Wenn Unternehmen Restrukturierungen ankündigen, ist die Tendenz stark, sich zurückzuziehen, sich abzusichern, jede:r alleine für sich zu kämp­fen. Der Artikel in der britischen Zeitung Guardian „Hate your job – but can’t afford to leave?“ spricht von 20 Wegen, mehr Freude im Job zu finden. 

Beziehungen, Kolleg:innen, Netzwerke können aber helfen, neue Perspektive zu gewinnen. Seien Sie mutig: Initiativen in Abteilungen, solidarische Austauschgruppen, gemeinsame Projektideen, die Mitarbeiter:innen aktiv beteiligen. Wer gemeinsam reflektiert und handelt, kann auch in Krisenzeiten Resilienz schaffen.

Wir müssen aber auch realistisch sein: Nicht jede Arbeitsstelle bietet große Freiheitsgrade. Doch der Guardian rät den Fokus auf Teilaspekte zu legen, die noch Freude machen. Das könnte bedeuten: Mehr Zeit am Schreibtisch mit eigener Entscheidung, weniger Routinearbeiten oder ein Projekt, das Raum für Kreativität lässt. Wer bewusst diese Nischen stärkt, bringt Risse in die Gleichförmigkeit – und in Krisenzeiten sind das die kleinen Inseln, die Stabilität spenden.

In einer Phase, in der sich vieles von außen bestimmt anfühlt, ist die Frage legitim: Womit kann ich selbst Kontrolle zurückgewinnen? Der Artikel empfiehlt, den Arbeitsraum bewusst zu gestalten — Farben, Pflanzen, Licht, Dekor. Das mag oberflächlich wirken, aber es signalisiert: Ich habe Einfluss – auch wenn die Makro-Ebenen rau sind.

Wenn Sie Ihre Arbeit nur noch als Belastung wahrnehmen, haben Sie über die Jahre eine innere Entfremdung aufgebaut. Journaling, Dankbarkeitsübungen oder regelmäßige Reflexionsblöcke helfen, das zu entwirren. Meiner Meinung nach, sind diese Methoden keine „esoterische Spielerei“, sondern essenzielle Selbstverteidigung. Indem Sie schreiben, sortieren und reflektieren Sie — und vielleicht entsteht dadurch eine neue Idee oder ein neuer Plan.

Der Artikel im Guardian verweist auf Weiterbildung und interne Wechsel als langfristige Strategie. In Europa sind bereits viele Berufe Mangelberufe (siehe Link unten). Wer sich in eine solche Richtung qualifiziert, setzt auf eine sichere Zukunft. Zugleich braucht jede:r, auch in „sicheren“ Jobs, einen Exit-Plan. Wenn Sie heute nicht beginnen, Ihnen Alternativen aufzubauen – ein Netzwerk, neue Kompetenzen, Nebenprojekte – haben Sie später nur mehr begrenzte Optionen.

In Krisenzeiten werden Mitarbeitende oft dazu gedrängt, „mehr zu leisten“, „unverzichtbar zu sein“. Doch genau dann braucht es Grenzen. Der Guardian-Artikel warnt davor, dem Job alles unterzuordnen. Wer in der Krise keine mentalen Reserven hat, brennt schneller aus. Freizeit, Familie, Hobbys dürfen nicht Opfer des Frusts werden.

Die 20 Wege im Detail:

  1. Erinnern Sie sich daran, warum Sie diesen Beruf oder diese Position ursprünglich gewählt haben – das bringt oft wieder Sinn und Motivation zurück.
  2. Lenken Sie Ihren Blick bewusst auf das, was Ihr Job Ihnen derzeit gibt – sei es finanzielle Sicherheit, soziale Kontakte oder ein geregelter Alltag.
  3. Suchen Sie aktiv den Austausch mit Kolleg:innen, denn geteilte Gedanken und Erfahrungen schaffen Verbindung und entlasten.
  4. Bringen Sie Humor und Leichtigkeit in Ihren Arbeitsalltag, kleine Momente des Lachens oder Augenzwinkerns können viel verändern.
  5. Lernen Sie etwas Neues – beruflich oder privat –, um geistig in Bewegung zu bleiben und Ihre Neugier zu erhalten.
  6. Ändern Sie, wenn möglich, zeitweise Ihren Arbeitsplatz oder Ihr Umfeld, um neue Perspektiven zu gewinnen.
  7. Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz mit Dingen, die Ihnen guttun oder Sie inspirieren.
  8. Führen Sie ein Dankbarkeitstagebuch oder eine Reflexionsroutine, um die positiven Seiten Ihrer Arbeit bewusster wahrzunehmen.
  9. Machen Sie sich klar, welche Aufgaben Ihnen Freude bereiten, und versuchen Sie, diesen Anteil in Ihrem Arbeitsalltag zu stärken.
  10. Gestalten Sie Ihren Job aktiv mit („Jobcrafting“) – etwa indem Sie Verantwortungsbereiche leicht anpassen oder neue Ideen einbringen.
  11. Strukturieren Sie Ihre Aufgaben („Taskcrafting“) so, dass sie Ihren Stärken und Ihrem Arbeitsrhythmus besser entsprechen.
  12. Setzen Sie Ihre besonderen Talente bewusst ein, auch in Bereichen, in denen sie bisher wenig gefragt waren.
  13. Denken Sie – falls möglich – über einen Wechsel innerhalb der Firma nach, um Abwechslung, neue Aufgabenfelder oder neue Kolleg:innen kennenzulernen.
  14. Belohnen Sie sich regelmäßig für erledigte Aufgaben, besonders dann, wenn sie Ihnen schwerfallen oder viel Energie kosten.
  15. Suchen Sie bei Problemen gemeinsame Lösungen, statt alles allein zu tragen – Teamarbeit entlastet und schafft Zusammenhalt.
  16. Gestalten Sie Ihren Arbeitstag aktiv, planen Sie bewusst Pausen und Zeitfenster für konzentriertes Arbeiten ein.
  17. Zeigen Sie Freundlichkeit und Wertschätzung im Alltag, kleine Gesten verändern das Arbeitsklima mehr, als man denkt.
  18. Achten Sie darauf, wie Sie zu Hause über Ihre Arbeit sprechen, und betonen Sie auch die guten Seiten – das verändert die innere Haltung.
  19. Achten Sie auf Ihre Balance, indem Sie Freizeit, Familie und Hobbys aktiv pflegen und Ihre Arbeit nicht zum alleinigen Lebensinhalt machen.
  20. Bereiten Sie sich langfristig auf Veränderungen vor, indem Sie sich weiterbilden, Netzwerke aufbauen und mögliche Alternativen prüfen.

Die vorgestellten Wege sind nicht nur nette Ideen – sie sind Einladung und Herausforderung zugleich. Es reicht nicht, „etwas besser“ zu fühlen – wir müssen uns innerlich aktivieren und bewusst gestalten.

Wählen Sie eine einzelne Strategie, setzen Sie sie konsequent für einen Monat um, reflektieren Sie das Ergebnis. Nur durch aktives Handeln verschieben wir die Grenze zwischen Frust und Teilhabe.

 

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Prokrastination: Warum schieben wir so gerne auf?

Lesezeit: 5 Minuten

Würfel mit Smiley und dem Wort Später

Schieben Sie auch so gerne unliebsame Aufgaben auf? Wir haben alle Dinge, die wir gerne aufschieben und hoffen, dass sie später leichter von der Hand gehen oder vielleicht auch ganz verschwinden. Ist es das unangenehme Telefonat mit einem Kollegen, der längst überfällige Familienbesuch, das Lernen für eine wichtige Prüfung oder gar die Steuererklärung – wie sagen uns sehr gerne: „Das erledige ich später!“

Ich habe eine gute Nachricht für Sie: Sie sind damit aber nicht alleine!
Laut einer Studie schieben nur zwei Prozent der Erwachsenen niemals auf. Dabei sind aber Jugendliche mehr davon betroffen als ältere Menschen.

Doch was genau soll besser werden – und warum fällt es uns so schwer, einfach anzufangen?

Doch was ist Prokrastination oder Aufschieberitis?

Der Fachbegriff für dieses Verhalten lautet Prokrastination, abgeleitet vom lateinischen procrastinatio – Aufschub, Vertagung.

Wer prokrastiniert, tut nicht, was zu tun ist. Ein anschauliches Bild dafür ist ein Schütze, der absichtlich am Ziel vorbeischießt und sich lieber mit nebensächlichen Dingen beschäftigt.

Wissenschaftlich definiert ist Prokrastination das irrationale Verzögern und Unterlassen von beabsichtigten Handlungen, trotz des Wissens um mögliche negative Konsequenzen. Dabei geht es nicht um Faulheit, sondern um ein ernsthaftes Problem der Selbststeuerung.

Wie äußert sich Prokrastination konkret?

Typische Symptome sind

  • das ständige Aufschieben des Arbeitsbeginns,
  • das Verpassen von Fristen und
  • das Scheitern an kontinuierlicher Bearbeitung von Aufgaben.

Stattdessen widmen wir uns nebensächlichen Tätigkeiten wie dem Aufräumen des Schreibtische oder das Putzen der Küche. wer kennt das nicht, dass während der Prüfungszeit in der Ausbildung die Küche immer vor Sauberkeit gefunkelt hat. Seit einigen Jahren vertreiben wir uns auch gerne die Zeit in den Sozialen Medien um den unliebsamen Aufgaben zu entgehen.

Dahinter stehen häufig Flucht- oder Vermeidungsstrategien, mit denen unangenehme Gefühle verdrängt werden. Die Folge ist, dass wichtige Dinge zu spät oder gar nicht erledigt werden – und das zieht Konsequenzen nach sich, wie etwa weniger beruflichen Erfolg, höhere Stressbelastung oder zwischenmenschliche Schwierigkeiten.

Wie weit verbreitet ist das Aufschieben?

Prokrastination ist ein Alltagsphänomen: Nur etwa zwei Prozent der Menschen geben an, niemals aufzuschieben. Jeder fünfte Erwachsene bezeichnet sich selbst als chronische:r Prokrastinierer:in. Besonders betroffen sind Studierende – etwa 50 Prozent berichten von ernsthaften Problemen im Studium durch ständiges Aufschieben. Die Auswirkungen sind vielfältig: weniger Erfolg, mehr Sorgen, Schuldgefühle und ein geringeres Einkommen. Studien belegen außerdem, dass Prokrastination oft eine stabile Eigenschaft ist – auch genetische Einflüsse spielen dabei eine Rolle.

Was sind die Ursachen?

Die Wissenschaft unterscheidet drei Ursachenbereiche:

  • persönliche Eigenschaften,
  • Merkmale der Aufgabe und
  • die konkrete Situation.

Besonders gefährdet sind jüngere Menschen, Personen mit schwacher Impulskontrolle, niedriger Frustrationstoleranz oder depressiver Stimmung. Wer wenig an sich glaubt, schnell Langeweile verspürt oder Ablenkung sucht, ist ebenfalls anfälliger. Schutzfaktoren sind dagegen Selbstwirksamkeit, Gewissenhaftigkeit und ein hohes Maß an Leistungsmotivation – an vielen dieser Faktoren lässt sich gezielt arbeiten.

Was begünstigt Aufschieben im Alltag?

Auch die Art der Aufgabe spielt eine wichtige Rolle: Langfristige Ziele, wenig Abwechslung, kaum Rückmeldung – all das senkt die Motivation. Sofort belohnende Alternativen wie Gaming, Social Media oder Putzen wirken dagegen verlockend.

Auch die Umgebung beeinflusst unser Verhalten: Wer in einem ablenkungsreichen Umfeld lebt oder kaum Unterstützung für Leistungsziele erfährt, tut sich schwer mit fokussiertem Arbeiten.

Die gute Nachricht: An der Gestaltung von Aufgaben und Umgebungen kann man oft viel verändern – etwa durch Zwischenziele, Rückmeldung oder eine strukturierte Tagesplanung.

Zwei Tipps gegen das Aufschieben

Tipp 1: Große Aufgaben in Teilschritte und erreichbare Etappen unterteilen

Ein häufiger Grund für Prokrastination ist, dass Aufgaben zu groß, zu komplex oder zu weit in der Zukunft liegende Ergebnisse versprechen. Unser Gehirn reagiert auf solche „riesigen Brocken“ mit Überforderung oder Unsicherheit – ein perfekter Nährboden für das Aufschieben. Deshalb hilft es enorm, eine große Aufgabe in viele kleine, überschaubare Teilschritte aufzuteilen.

Statt „Ich muss die Seminararbeit schreiben“ könnte die erste Schritte lauten: „Thema eingrenzen“, dann „Literatur suchen“, „Gliederung schreiben“, „Einleitung formulieren“ und so weiter. Jeder einzelne Schritt sollte so konkret und klein sein, dass man sich sagt: Das kann ich jetzt sofort machen. Wenn Sie bei jedem Schritt zusätzlich ein kleines Teilergebnis formulieren – z. B. „Ich habe drei brauchbare Quellen gefunden“ oder „Ich habe eine Gliederung erstellt“ –, entsteht ein Gefühl von Fortschritt und Kontrolle. So wird aus einem unübersichtlichen Projekt eine Serie machbarer Etappen. Wer regelmäßig solche kleinen Erfolge erlebt, bleibt motivierter und kommt langfristig besser voran.

Tipp 2: Mit der Pomodoro-Technik leichter ins Tun kommen

Ein weiterer hilfreicher Ansatz gegen das Aufschieben ist die sogenannte Pomodoro-Technik. Sie nutzt die Erkenntnis, dass unser Gehirn in kurzen, konzentrierten Intervallen besonders leistungsfähig ist. Der Name stammt von einer Küchenuhr in Tomatenform (Pomodoro = Tomate auf Italienisch), mit der der Entwickler Francesco Cirillo arbeitete.

Die Methode funktioniert so: sie stellen sich einen Timer auf 25 Minuten und arbeiten in dieser Zeit fokussiert an einer einzigen Aufgabe – ohne Ablenkung. Danach gönnen Sie sich fünf Minuten Pause. Diese Zeitspanne ist kurz genug, um auch bei geringer Motivation den Einstieg zu schaffen – „25 Minuten, das schaffe ich“ –, aber lang genug, um ein gutes Stück voranzukommen.

Nach vier solchen Arbeitsblöcken folgt eine längere Pause von 15 bis 30 Minuten. Wichtig ist, dass Sie sich in dieser Zeit nur der geplanten Aufgabe widmen. Sie können die Pomodoro-Technik mit Zettel und Uhr umsetzen oder mithilfe spezieller Apps. Der große Vorteil: Sie tricksen Ihr Aufschiebeverhalten aus, kommen schnell ins Tun und bauen dabei die Hürde des Anfangens systematisch ab.

Weiterführende Links:

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Wertschätzung – der größte Motivator in der Arbeitswelt

Lesezeit: 4 Minuten

Wort Thanks auf einem Blatt Papier

In meiner Coaching-Praxis sitzen immer wieder und immer mehr Menschen vor mir, die ihren Job wechseln wollen. Sie erzählen mir, dass sie von ihren Vorgesetzten nicht gehört und gesehen werden, dass sie wie Arbeitsbienen ohne Ansprüche behandelt werden und ihre Ideen und Vorschläge ignoriert werden. Immer häufiger sind nicht bessere Bezahlung, Karrierechancen oder neue Herausforderungen Gründe für einen Jobwechsel, sondern der Mangel an Wertschätzung.

 

Wertschätzung als Top-Motivator

Wo auch immer Menschen zusammenarbeiten – in Top-Unternehmen der Privatwirtschaft, im öffentlichen Dienst oder in NGO’s – Wertschätzung ist das, was uns am stärksten motiviert. Und doch ist sie in der Praxis Mangelware.

So klagen 32 Prozent aller Mitarbeiter:innen, dass sie keine oder nur geringe Wertschätzung bekommen und fehlende Anerkennung ist der zweithäufigste Grund für einen Jobwechsel.

Ein Defizit an Wertschätzung führt die meisten Umfragen zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz an. Die Resultate liegen auf der Hand: Stress, häufige Krankheitstage, „Dienst nach Vorschrift“, verringerte Produktivität und mangelndes Engagement.

 

Was ist Wertschätzung?

Wertschätzung ist die positive Bewertung eines anderen Menschen. Sie gründet auf einer inneren Haltung anderen gegenüber. Wertschätzung betrifft einen Menschen als Ganzes, sein gesamtes Wesen. 

Sie ist unabhängig von Taten oder Leistungen, auch wenn diese die subjektive Einschätzung der Wertschätzung beeinflussen. Wertschätzung ist verbunden mit Respekt, Wohlwollen und Anerkennung. Sie drückt sich aus in Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit. 

Wertschätzung geht über ein gelegentliches Lob hinaus. Sie ist eine Haltung – geprägt von Respekt, Aufmerksamkeit und echtem Interesse am Gegenüber. Studien zeigen, dass wertgeschätzte Menschen gesünder, motivierter, kooperativer und widerstandsfähiger sind. 

Wertschätzung bestimmt maßgeblich, ob wir gerne arbeiten und unser Bestes geben. Wertgeschätzte Menschen leben und arbeiten gesünder, einfallsreicher, kooperativer und Konfliktfähigkeit und widerstehen besser Stress und Unsicherheiten. Dabei ist sie der nachhaltigste Motivator im Berufsleben – weit wirkungsvoller als Boni, Titel oder Gehaltserhöhungen. Sie berührt die Grundbedürfnisse von uns Menschen: gesehen, gehört und als Person respektiert zu werden.

Arbeit, die sich an unseren Bedürfnissen orientiert, ist längst kein Luxus mehr, sondern wesentlich für den geschäftlichen Erfolg. Eine menschenzentrierte Arbeitsweise ist daher ebenso geboten wie ein Gewinn für alle: ein freundliches Erfordernis. Eine Aufmunterung kann uns stärker motivieren als sein als eine Prämie. Der mitgebrachte Kaffee kostet weniger und schlägt dennoch das inkludierte Verkehrsticket. Anerkennung selbst in unscheinbaren Formen sticht meist klassische Belohnungen aus. 

Eine aufrichtige, gelebte Wertschätzung schafft Vertrauen. Und genau dieses Vertrauen ist das Fundament einer gesunden Unternehmenskultur. Wenn Führungskräfte ihren Mitarbeiter:innen von Anfang an Vertrauen entgegenbringen, statt es sich erst „verdienen“ zu lassen, entsteht Raum für Eigenverantwortung, Kreativität und Lernbereitschaft. In einem solchen Klima dürfen Fehler gemacht und Ideen offen ausgesprochen werden – das stärkt nicht nur das Team, sondern auch die Innovationskraft der Organisation.

 

Doch wie zeigt sich Wertschätzung im Alltag?

Es sind oft die kleinen Gesten mit großer Wirkung: ein echtes „Danke“, ein interessierter Blick, aufmerksames Zuhören oder das ehrliche Einholen einer Meinung. Besonders wichtig: Wertschätzung muss regelmäßig, konkret und persönlich sein – und nicht an Bedingungen geknüpft. „Net g’schimpft, ist g’lobt gnua“ war gestern. Heute wissen wir: Feedback ist kein Luxus, sondern ein zentraler Führungsauftrag.

Natürlich fällt das nicht immer leicht. Zeitmangel, Stress oder eigene Unsicherheiten sind echte Hürden. Doch wer sich Wertschätzung zur Gewohnheit macht, wird bald ihre positive Rückwirkung erleben – nicht nur auf das Team, sondern auch auf sich selbst. Eine wertschätzende Grundhaltung wirkt entlastend, klärend und motivierend – auf allen Ebenen.

Fünf einfache Wege, wie Sie Wertschätzung im Alltag leben können:

  1. Hören Sie wirklich zu. Nehmen Sie sich in Gesprächen Zeit, unterbrechen Sie nicht sofort, fragen Sie stattdessen nach. Echtes Zuhören ist der direkteste Ausdruck von Respekt.

  2. Loben Sie konkret. Sagen Sie nicht einfach „Gut gemacht“, sondern benennen Sie genau, was Ihnen gefallen hat: „Du hast die Präsentation klar strukturiert und ruhig vorgetragen.“

  3. Zeigen Sie Interesse. Fragen Sie nach Meinungen und Bedürfnissen Ihrer Kolleg:innen. Und hören Sie offen zu – nicht nur, wenn Sie zustimmen.

  4. Feiern Sie kleine Erfolge. Auch scheinbar banale Meilensteine verdienen Beachtung. Das motiviert und stärkt das Miteinander.

  5. Seien Sie transparent und verlässlich. Ihre Teammitglieder sollen wissen, woran sie mit Ihnen sind. Sagen Sie, was Sie tun – und tun Sie, was Sie sagen.

Wertschätzung beginnt im Kleinen, entfaltet aber eine große Wirkung. Sie ist kein nettes Extra, sondern ein Muss für gesunde, erfolgreiche Zusammenarbeit. Und das Beste: Sie kostet nichts – außer ein wenig Aufmerksamkeit und den Mut zur Menschlichkeit.

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