Egal, nur ruhig bleiben

Die Kollegin verschwindet schon zum fünften Mal an diesem Morgen in eine Rauchpause und es ist noch nicht einmal Mittag. Der Chef steht plötzlich neben dem Schreibtisch und lädt mit den Worten: „Das kann ja wohl kein Auftrag sein!“ einen neuen Arbeitsauftrag bei Ihnen ab. Und ganz nebenbei ist es im Büro so laut, dass man seine eigene Gedanken nicht mehr hören kann.

Sie sitzen vor Ihrem Bildschirm und murmeln vor sich hin: „Ruhig bleiben, ruhig bleiben, ruhig bleiben!“

Leichter gesagt als getan. Natürlich lebt es sich leichter, wenn wir alles gelassener nehmen könnten. Das wissen wir alle. Doch, wie geht das? Wenn der Hals immer dicker wird und man am liebsten davon rennen möchte um nur nicht schreien zu müssen.

Wie erfolgreiche Menschen ruhig bleiben, hat nun Travis Bradberry, Mitautor des Bestsellers „Emotional Intelligence 2.0“ und Mitarbeiter des Forbes – Business Magazins aufgelistet. Manches klingt banal, vielleicht zu einfach, doch die Kunst sei – so Bradberry – zu wissen, wann welche Regel anzuwenden ist.

  • Schätzen Sie, was Sie haben

Nehmen Sie sich die Zeit, für das dankbar zu sein, was Sie haben. Es hebt nicht nur Ihre Stimmung, es senkt auch nachweislich das Stresshormon Cortisol um 23 % (Forschung der University of California).

  • Vermeiden Sie die Frage: Was wenn?

Auf „was, wenn…“ folgen meisten Befürchtungen und negative Erwartungen, die Sie immer weiter grübeln lassen und Sie abhalten das zu tun, was Sie eigentlich vor hatten. Zudem geraten Sie in mentalen Dauerstress.

  • Bleiben Sie positiv

Positive Gedanken durchbrechen den Stress, indem sich Ihr Gehirn auf etwas komplett Stressfreies fokusiert. Wenn alles gut läuft, ist das leicht. Wenn es komplizierter wird, driften Sie leicht in negative Gedanken ab. Denken Sie dann an Ihren Tag und identifizieren Sie ein positives Ereignis, egal wie klein es auch ist.

  • Koppeln Sie sich bewusst ab

Wenn Sie 24 Stunden täglich erreichbar sind, setzen Sie sich einer konstanten Stressquelle aus. Nehmen Sie sich regelmäßig eine Pause und gehen Sie offline.

  • Aufputschmittel minimieren

Getränke wie Kaffee, Tee oder Energy-Drinks beinhalten Koffein, das einen Adrenalin-Ausstoß auslöst. Das ist gut, wenn man einem Tiger gegenüber steht und sich zwischen Kampf oder Flucht entscheiden muss. Im Büroalltag ist dieser künstlich hervorgerufene Dauerstress nur belastend für Ihren Körper und Ihren Geist.

  • Schlafen Sie

Wenn Sie schlafen, lädt sich Ihr Gehirn wieder auf. Schlafentzug erhöht das Stresshormon-Level, auch wenn kein Auslöser da ist. Die Selbstbeherrschung, die Aufmerksamkeit und die Erinnerung sind herabgesetzt, wenn Sie zu wenig Schlaf bekommen.

  • Stoppen Sie negative Selbstgespräche 

Je mehr Sie Ihren negativen Gedanken nachhängen, desto mehr Kraft geben Sie Ihnen. Anzeichen für diese Art der Selbstgespräche sind die Wörter „nie“, „immer“, „am schlimmsten“, etc. Durchbrechen Sie diese Negativ-Spirale, indem Sie sie niederschreiben.

  • Wechseln Sie die Perspektive

Alles läuft falsch, alle sind gegen Sie. Überdenken Sie Ihren Standpunkt und wechseln Sie die Perspektive. Auch hier hilft das Niederschreiben. Sie können die Umstände nicht verändern, aber Sie können Ihren Umgang mit den Umständen verändern.

  • Atmen Sie

Klingt irgendwie banal. Doch bewusstes Atmen, d.h. sich allein auf das Atmen zu konzentrieren, trainiert Ihr Gehirn sich auf die eigentlichen Aufgaben zu fokussieren und den Stress zu bannen.  Atmen Sie einige Minuten und Sie werden automatisch ruhig. Die quälenden Gedanken sind wie weggewaschen.

  • Nehmen Sie Unterstützung an

Es ist sehr verlockend, stark zu sein und alles allein zu managen. Stehen Sie zu Ihren Schwächen und nehmen Sie Unterstützung an, wenn Sie sie brauchen. Andere zu brauchen ist keine Niederlage, ganz im Gegenteil, es entlastet und beruhigt.