Selbstmotivation: Sprich mit dir!

Wir kennen sie alle, jene Sätze, die uns weiterbringen sollen. Sie stehen in Ratgebern und kleben auf Post it’s an unseren Spiegeln und Kühlschränken. Sie sollen helfen, uns selbst zu motivieren und manchmal funktioniert es auch.

„Ich kann das!“
„Ich schaffe das!“
„Ich bin gelassen!“

Aber es scheint, es geht noch besser: Sanda Dolcos und Dolores Albarracin von der University of Illinois haben zum ersten Mal untersucht, wie sich Selbstgespräche auf die Selbstmotivation auswirken. Oft sprechen wir wir uns selbst in der ersten Person, aber manchmal tun wir auch so, als ob wir mit jemand anderen sprechen.

Die beiden Wissenschaftlerinnen haben in drei unterschiedlichen Experimenten die unterschiedlichen Effekte von „ich“ und „du“ auf die Problemlösungsfähigkeit und die Verhaltensmuster untersucht.

143 StudentInnen wurden gebeten, Sätze zur Selbstmotivation in Ich-Form und Du-Form niederzuschreiben bevor sie Anagramm-Rätsel zu lösen hatten. Jene Studierenden, die ihre Sätze in der zweiten Person geschrieben hatten lösten zum einen mehr der Rätsel und hatten zum anderen eine weitaus positivere Einstellung zur Aufgabe. Im zweiten Experiment wurden 135 StudentInnen aufgefordert, Selbstmotivations-Sätze zu formulieren um in den kommenden zwei Wochen mehr trainieren. Wiederum hatte die Gruppe mit den Sätzen in der zweiten Person eine offenere Haltung zur Aufgabe und setzten den Vorsatz auch öfters um als die andere Gruppe.

Selbstmotivation ausgesprochen mit einem „du“ erlaubt den Menschen eine breitere Perspektive, wenn man berücksichtigt, dass andere die Situation auch als wichtig einschätzen und um die Art der Ermutigungen, die man zuvor von anderen erhalten hat, nachzuahmen, sagt Co-Autorin Sanda Dolcos. Ein Selbstgespräch in der zweiten Person könnte mit positiven Erinnerungen an die Kindheit verbunden sein, als man von der Familie und von FreundInnen ermuntert worden ist. Deshalb könnte diese Strategie auch erfolgreicher sein.

Wir dürfen also wieder mit uns selbst sprechen. Und es kann auch in strategisch wichtigen Situationen gezielt eingesetzt werden. Wer mit der Selbstmotivation per „ich“ bereits Erfolg hatte, wird per „du“ mit sich selbst noch besser werden. Zumindest ist es einen Versuch wert.

Link zu Studie: The inner speech of behavioral regulation: Intentions and task performance strengthen when you talk to yourself as a You, 23. Juni 2014